Bruchsaler Gastgeschenke

Göppingen (nbb). Eine sinnbildliche Szene des 1:4 (0:2) von des 1. FC Bruchsal beim 1. Göppinger SV, spielte sich am Samstagmittag neben dem grünen Oberligarasen ab. Während Trainer Mirko Schneider (Foto: Jan Prihoda) nach Bruchsals Anschlusstreffer zum 1:3 wie ein unruhiges Raubtier, hadernd, anfeuernd und dirigierend seine Coaching-Zone durchstreifte, tönte eine Zuschauerstimme aus dem Hintergrund der Auswechselbank: „Trainer, des kannsch Du Dir heut spare.“ Was der Göppinger Fan so treffend in einen einzigen Satz verpackt hatte, führte in letzter Konsequenz dazu, dass der 1. FCB mit fünf Punkten und sechs Niederlagen nun bis auf Platz 19 der Tabelle durchgereicht wurde.

Einen Mangel an Willen allerdings müssen sich die Bruchsaler indes an diesem Tag nicht nachsagen lassen. Allein die Qualität, die sie auf den Platz brachten, war sichtlich nicht dazu geeignet, einen nur durchschnittlichen aufspielenden Fußball-Oberligisten des vorderen Ligadrittels in ernsthafte Bedrängnis zu bringen.

„Das war kein Spiel, das 4:1 für Göppingen hätte ausgehen müssen“, sah Schneider bis zum Wechsel spielerisch eine ausgeglichenes Partie. Gegen diese These sprach allerdings, dass sich Bruchsals rechte Defensivseite in der ersten Hälfte der Partie als die entscheidende Achillesferse erwiesen hatte. Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Treffer agierte dort Verteidiger David Stjepanovic allzu sorglos, im Abwehrzentrum erklärte man sich im weiteren Angriffsverlauf ebenfalls nicht für zuständig.

Die Gastgeber, obgleich weit entfernt von einem Powerplay, nahmen die doppelten Gastgeschenke aus der Barockstadt dankend an.

In der 18. Minute brachte Luca Maximilian Göppingen in Führung, kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Gentian Lekaj nahezu unbedrängt auf 2:0.

„Der Unterschied war, dass wir qualitativ nicht gut genug waren, diese zwei Tore zu verhindern“, fasste Schneider die ersten 45 Minuten zusammen. Er nahm daher Stjepanovic aus dem Spiel und beorderte Kapitän André Walica auf dessen Position. Komlan Agbégniadan, der eigentlich geschont werden sollte, musste für den wirkungsarmen Albin Sahiti in die Partie.

Mit bescheidenem Erfolg: In der 51. Minute nutze Göppingen erneut die rechte Seite für einen Konter, der freistehende Royal-Dominique Fennell hatte kein Problem, den Ball in Bruchsals Gehäuse unterzubringen. Hoffnung aufkeimen ließ ein Strafstoß (54.), den Walica verwandelte. Das 4:1 für Göppingen (83.) nach Lekajs zweiten Treffer, hatte letztlich nur noch statistischen Wert.

1. FC Bruchsal: Merz - Kias, Stjepanovic (46. Muto, 69. Sailer), Berecko, Redekop, Amelhaf, Bulut, Schiek, Walica, Schongar, Sahiti (46. Agbégniadan).

Schiedsrichter: Ehing (Engen), Zuschauer, 350, Tore: 1:0 Piljek (18.), 2:0 Lekaj (45.), 3:0 Fennell (51.), 3:1 Walica (54./Foulelfmeter), 4:1 Lekaj (83.).

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