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3.Spieltag

Sa, 21.08.2021 | 15:30

3

Albin Sahiti (36.)

Mohamed Amelhaf (77.)
Roman Hajeck (92.)

Noah Schorn (6.)

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Vorbericht

zum 03. Spieltag gegen die Sport Union Neckarsulm

 

Bruchsal. Auf dem Platz ist Max Kias einer, mit dem gegnerische Stürmer Begegnungen gerne vermeiden. Trotz seiner nur 20 Jahre ist der Linksverteidiger vom 1. FC Bruchsal ein sehr bissiger Typ. Einer, der Zweikämpfe nur äußerst ungern verliert und in jedem Fall für seine Gegenspieler keinen gemütlichen Nachmittag verspricht. Als Vorbild dafür hat er sich Zlatan Bajramovic genommen. Unter dem derzeitigen Co-Trainer des Karlsruher SC trainierte Kias zwei Jahre in der U19 des Clubs. „Der hat mir immer gesagt, gegen ihn habe keiner spielen wollen, weil er ein so unangenehmer Gegenspieler gewesen sei. Diese Mentalität habe ich mir versucht anzueignen“, erzählt Kias, der derzeit an der Dualen Hochschule Mannheim „BWL Industrie“ studiert.

Den ersten Teil seiner sportlichen Karriere startete er mit fünf Jahren als Turner bei der TSG Eintracht Plankstadt. Der führte ihn bis ins Leistungszentrum nach Mannheim und zum badischen Meistertitel. „Das Turnen hat mich sehr geprägt, was Disziplin und die ganzen Grundlagen angeht. Da ist es noch einmal deutlich fordernder als der Fußball“, findet Kias.

Parallel habe er auch immer noch Fußball gespielt, musste sich aber entscheiden, als sich die Chance bot, mit dem älteren Jahrgang in die U12 der TSG Hoffenheim zu wechseln. „Mein Beweggrund war am Ende tatsächlich, dass mir Teamsport viel mehr gefallen hat als Einzelsport. Das ganze Mannschaftsgefüge lag mir sehr am Herzen“, erklärt er.

Knochenödeme in beiden Sprunggelenken zogen Kias dann dort fast zweieinhalb Jahre aus dem Verkehr. „Wenn man die ganze Zeit im Kraftraum sitzt und nur den Leuten beim Training zuschaut, ist das gerade für einen Jugendspieler schon nicht einfach“, räumt er ein. Er habe dann irgendwann beschlossen, zugunsten der Spielpraxis lieber einmal einen Schritt zurückzugehen, um wieder zwei nach vorne machen zu können. So führte ihn sein Weg von Hoffenheim weiter über Sandhausen bis zum Karlsruher SC. Und mit einem erneuten Zwischenstopp in Sandhausen letztlich zum 1. FC Bruchsal in die Oberliga.

Dort entwickelte er sich binnen kürzester Zeit vom Perspektivspieler zu einem Spieler, um den das Trainerteam um Mirko Schneider derzeit gar nicht mehr herumkommt. „Das ist doch das, was junge Spieler machen müssen. Sich aufdrängen. Und auffällig sein“, sagt Kias.

Am Samstag (15.30 Uhr) wird er gegen den Tabellenzweiten Sport-Union Neckarsulm wohl wieder die linke Seite besetzen. Salvatore Muto wird nach seinem Urlaub dann ebenfalls wieder mit von der Partie sein. Und auch auf einen Einsatz von Roman Hajek, David Stjepanovic, Patrick Berecko und Kapitän André Walica (alle muskuläre Probleme) hoffen sie rund um das Stadion in Bruchsal noch. „Wir müssen da unsere Mentalität auf den Platz bringen und zeigen, dass wir Kampfgeist haben“, sagt Kias. Sein Trainer Mirko Schneider sieht das genauso und hat zusätzlich „Chancen nutzen“ zum Thema im Training gemacht.

 

Aufstellung

zum 03. Spieltag gegen die Sport Union Neckarsulm

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Medienmonitor

zum 03. Spieltag gegen die Sport Union Neckarsulm

 

Bruchsal. Wäre es akustisch zu vernehmen, wenn sprichwörtlich der Knoten platzt, der Knall wäre am späten Samstagnachmittag vom Städtischen Stadion wohl bis in den Schlossgarten zu hören gewesen. Weil sich Negativ-Serien aber für gewöhnlich geräuschlos auflösen, blieb die Geräuschkulisse nach dem 3:1(1:1)-Erfolg des 1. FC Bruchsal gegen die Neckarsulmer Sport-Union auf ein paar Jubelschreie der Oberliga-Fußballer aus der Barockstadt beschränkt.

"Es spricht für die Mannschaft, dass wir das heute drehen konnten."

Mirko Schneider Trainer des 1. FC Bruchsal

Dem Bruchsaler Trainer Mirko Schneider stand die Erleichterung, aber auch der Stolz, nach Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben. Zum einen hatte der 45-Jährige gesehen, dass sein Team trotz zahlreicher Ausfälle in Baden-Württembergs höchster Spielklasse mithalten kann und nun auch punktemäßig angekommen ist. Zum anderen war der Erfolg gegen die favorisierten Schwaben auch ein Sieg des Willens, denn zu Beginn war alles gegen die Bruchsaler gelaufen.

Wie schon in der Vorwoche in Rielasingen geriet der 1. FC erneut früh in Rückstand. Diesmal war es ein direkter Freistoß von Noah Schorn, der in der 6. Minute den Weg ins Tor von Yannick Merz fand, der nicht glücklich aussah. „Und dann bist du in dieser Situation: zwei Spiele ohne eigenes Tor, hast unter der Woche viel gearbeitet und liegst wieder 0:1 hinten“, fasste Schneider seine Gefühle aus der Anfangsphase zusammen.

Und es kam noch schlimmer, denn auch offensiv war der 1. FC Bruchsal vom Pech verfolgt. Salvatore Muto scheiterte zuerst an der Unterkante der Latte (8.), dann am Pfosten (23.), Komlan Agbegniadan wurde bei einem Sololauf in letzter Sekunde gebremst (27.). „Für die Moral ist das natürlich verheerend“, so Schneider. Doch die Gastgeber blieben dran und erzwangen ihr erstes Saisontor, als der starke Albin Sahiti eine mustergültige Vorarbeit von André Redekop nur noch über die Linie schieben musste (37.). Kurz darauf hätte Redekop das Spiel sogar drehen können, auch sein Schuss landete allerdings am Pfosten.

Was den Bruchsalern vor der Pause noch verwehrt blieb, gelang dann aber im zweiten Spielabschnitt – weil die Schneider-Elf hartnäckig blieb. Merz verhinderte noch stark den zweiten Gegentreffer (54.), danach erspielte sich der 1. FC ein klares Übergewicht. Das nutzte schließlich Mohamed Amelhaf in der 76. Minute mit dem Führungstreffer. Von der linken Seite aus zog er nach innen, ließ gleich zwei Neckarsulmer aussteigen und schob flach in die linke untere Torecke ein.

Für die Entscheidung sorgte der eingewechselte Roman Hajeck, der für den sehr soliden Außenverteidiger Max Kias gekommen war, nach einem Konter in der Nachspielzeit.

„Es spricht für die Mannschaft, dass wir das heute drehen konnten“, lobte Schneider: „Ich bin so froh, dass sich die Jungs belohnt haben.“ Auch spielerisch habe sein Team einen großen Schritt nach vorne gemacht, fand der Bruchsaler Coach und bemühte dann auch noch die anfänglich erwähnte Redewendung: „Wenn der Knoten mal geplatzt ist, bringt das hoffentlich Sicherheit.“ Ob das tatsächlich der Fall ist, kann der 1. FC Bruchsal bereits am Freitag (19 Uhr) zeigen. Dann geht es zum 1. CfR Pforzheim, bei dem die Entwicklung – ganz im Gegensatz zu den Bruchsalern – aktuell eher nach unten zeigt.

1. FC Bruchsal: Merz, Kias (84. Hajeck), Schongar, Walica, Bulut, Redekop, Peric (70. Tewelde), Sahiti (81. Stjepanovic), Amelhaf (90.+4 Parker Pagna), Muto, Agbegniadan.

Schiedsrichter: Mattern (Neckarau), Zuschauer: 200, Tore: 0:1 Schorn (6.), 1:1 Sahiti (37.), 2:1 Amelhaf (76.), 3:1 Hajeck (90.+1).