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Aktualisiert: 13. Dez. 2021

Bruchsal (she). Wenn der 1. FC Bruchsal an diesem Dienstag (19 Uhr) im Viertelfinale des badischen Verbandspokals beim 1. CfR Pforzheim antritt, ist das nicht nur die Neuauflage des Oberliga-Spiels, das vor fünf Wochen stattgefunden hat. Für einen Spieler wird es „definitiv eine besondere Partie“: Am 27. August lief Benjamin Sailer noch für den CfR auf, gewann gegen Bruchsal mit 2:1. Am Dienstag wird er auf der anderen Seite stehen und mit dem FC um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Für Außenstehende kam der Wechsel des 26-Jährigen recht plötzlich. „Am Tag nach dem Spiel gegen Bruchsal hat sich mein Berater gemeldet und mir von dem Interesse berichtet“, sagt Sailer. Der Defensivspezialist, der auf dem rechten Flügel spielt und in dieser Saison bis dahin kaum Einsatzzeit bekommen hatte, unterhielt sich sonntags lange mit CfR-Coach Fatih Ceylan. „Es hat sich herauskristallisiert, dass es nicht absehbar ist, wann ich mehr spielen werde“, erzählt Sailer. Und sich mit der Reservistenrolle begnügen, das wollte er nicht.

Für Sailer überwogen die Pluspunkte eines Wechsels: Statt einer Dreiviertelstunde nach Pforzheim ist er von seinem Wohnort Walldorf nach Bruchsal nur noch 20 Minuten unterwegs, dazu stehen drei statt vier Trainingseinheiten wöchentlich an. „So habe ich auch wieder etwas mehr Zeit für meine Frau und meinen kleinen Sohn“, sagt Sailer. Mirko Schneider, Coach des 1. FC Bruchsal, hat nur Positives zu berichten: „Wir haben intensiv an der Fitness gearbeitet. Benni ist auf einem sehr guten Weg“, betont er. Wegen der sehr angespannten Personalsituation wurde Sailer zuletzt ins kalte Wasser geworfen. „Benni hat bis zur Erschöpfung gekämpft“, lobt Schneider.

Am Dienstagabend wird Sailers freundschaftliches Verhältnis zum CfR aber ruhen. Beide Teams wollen unbedingt ins Halbfinale. Ob das Pokalspiel nach der 1:6-Klatsche in Nöttingen nicht etwas zu früh kommt? „Ich finde es fast besser so“, sagt Sailer. „So ein Spiel muss man so schnell wie möglich aus dem Kopf bekommen.“ Gegen sein altes Team weiß er jedenfalls, worauf es ankommt: „Wir müssen kompakt stehen und den Offensivdrang des CfR unterbinden“, sagt Sailer. „Im Pokal geht es einfach nur ums Weiterkommen.“

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