Mit dem Wind im Rücken

1. FC Bruchsal sammelt in stürmischer Partie drei Punkte und Selbstvertrauen gegen Villingen




(BNN Bruchsal)

Bruchsal (nbb/maw). Den Höhepunkt der Nachholpartie des 1. FC Bruchsal gegen den FC 08 Villingen in der Fußball-Oberliga verkündete Sportvorstand Michael Grub am Samstag höchstselbst. „90. Minute, das 1:0 von unserer Nummer 14, Dragan Peric“, schmetterte er in Vertretung des erkrankten Stefan Laubner über die Lautsprecheranlage ins Städtische Stadion. Dass ihm der Zeiger der Uhr dabei um ganze drei Minuten nach vorne verrutscht war – Nebensache.

„Das Punktesammeln hat begonnen, die Aufholjagd wird ab heute gestartet“, verkündete Grub nach dem Abpfiff dann noch euphorisch, verbunden mit den besten Wünschen der Vorstandschaft. „Es war nur ein Tor für drei Punkte. Wir stehen noch unten, da gibt es noch nicht so viel Grund zur Freude“, befand der Torschütze Peric nach der Partie dagegen eher bescheiden. Zumindest ein kleines bisschen dürfe man sich aber jetzt auch freuen. „Heute haben wir uns für die harte Arbeit belohnt“, betonte er und schickte gleich eine Warnung hinterher: „Aber am Montag sollten wir genau da weitermachen“.

Sein Trainer Mirko Schneider hatte zuvor Gäste aus Villingen gesehen, die zumindest in der ersten Hälfte den Wind und die besseren Chancen auf ihrer Seite hatten. Mit Rückenwind, langen Bällen und zwei Stürmern setzten die Schwarzwälder Bruchsal vor allem in der Anfangsphase gehörig unter Druck.

Bereits in der zweiten Minute kam das Team von Trainer Marcel Yahyaijan durch Dragan Ovuka zu seiner ersten guten Chance. Sechs Minuten später musste Bruchsals Torhüter Nell einen aus rund 30 Metern stark geschossenen Freistoß von Erich Sautner entschärfen. As Ibrahima Diakites (11.) Alleingang auf das Bruchsaler Tor wurde in letzter Sekunde gestoppt. Auch in der Folge fand Bruchsal noch nicht die richtigen Mittel, um sich zu befreien oder gar Druck aufbauen zu können. Doch abgesehen eines von Sautners überhastet abgeschlossenem Konter, kam auch bei Villingen nicht mehr viel heraus. „Ich war froh, dass es zur Pause noch Null zu Null stand“, gab Schneider zu. Und peitschte seine Mannschaft verbal nach vorne. „Wenn nicht heute bei diesen Umständen, wann wollen wir dann gegen die gewinnen?“, fragte er in seiner Halbzeitansprache.

Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden. Mit dem Herz in der Hand und dem Wind im Rücken ließ der 1. FC Bruchsal den Gästen fortan immer weniger Freiräume für ihren Kombinationsfußball. Der Bruchsaler Platz tat ein Übriges. Während Villingens Coach Yahyaijan vor seiner Bank herzhaft über dessen Qualität fluchte, erspielte sich der 1. FC zunehmend Eckbälle, Freistöße und sogar ein oder zwei ansehnliche Kombinationen. „Der Plan vom Gegner war ja nicht schlecht, aber in der zweiten Hälfte hat unserer eben besser funktioniert“, sagte Schneider und auch Torschütze Peric fand: „Der Platz war sehr schwer bespielbar, dazu kam noch der Wind. Es war am Ende ein Willensspiel. Wer den Sieg mehr will und den ersten Treffer macht, der nimmt die drei Punkte mit“, empfand es später auch Peric, der mit seinem Treffer (87.) alles klarmachte.

Als wahren Sieger empfand Schneider an diesem Tag aber seine gesamte Mannschaft. Denn nicht nur Mentalität und Teamgeist, sondern auch die körperliche Fitness habe gestimmt. „Beim Gegner wurde es im Vergleich zu uns gefühlt immer ein bisschen weniger. Das zeigt mir, dass wir auch körperlich auf einem guten Weg sind. Dafür war unser Trainingslager in der Pfalz ein Schlüssel“, ist er überzeugt. Ob das alles reichen wird, noch den Absprung aus der Abstiegszone zu schaffen? „Wenn wir ganz ehrlich sind, nützen uns tabellarisch gesehen nur Siege“, sagte Schneider. Mit einem Sieg zu starten, sei daher optimal gewesen. „Aber auch dafür gibt es nur drei Punkte und keine dreißig. Aber es muss in diese Richtung weitergehen“, sagte er und fügte hinzu: „Sicher ist, dass uns das Auftrieb geben wird. Und so soll es auch weitergehen“.

1. FC Bruchsal: Nell – Berecko (64. Bulut), Gessel, Peric, Durst, Walica, Schongar, Hajek (90.+1 Neicu), Vella (90.+4 Ivan), Sahiti (73. Redekop), Sailer.

Schiedsrichter: Prigan (Esslingen), Zuschauer: 130, Tor: 1:0 Peric (87.).

Enges Duell: In einem Nachholspiel der Fußball-Oberliga setzten sich Lukas Durst (rechts) und der 1. FC Bruchsal mit 1:0 gegen Kamran Yahyaijan und den FC Villingen durch. Der Sieg soll Auftrieb im Kampf um den Klassenverbleib geben.


Foto: Simone Kochanek

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