1. FC Bruchsal gewinnt Testspiel gegen KSC-Nachwuchs und hofft auf Wildpark-Spieler

Knapper Sieg bei Nieselregen Bruchsal. Sommergefühle kamen beim Testspiel des 1. FC Bruchsal gegen die U19 des Karlsruher SC nur bei den Wenigsten auf. Vier Wochen vor dem Auftakt zur Oberliga Baden-Württemberg gewann die Elf von Trainer Mirko Schneider den Vergleich im dauerhaften Nieselregen zwar am Ende mit 3:2 (1:1). So richtig warm wurde jedoch auch der Coach des FCB nicht mit den gesehenen Leistungen. „Wir haben heute einfach zu viele Fehlpässe gespielt“, monierte er nach der Partie.

"Wir haben heute einfach zu viele Fehlpässe gespielt." Mirko Schneider Trainer 1. FC Bruchsal

Ramiz Kalici hatte nach 27 Minuten den quirlig aufspielenden KSC-Nachwuchs in Führung gebracht. Nach dem vorübergehenden Ausgleich durch Mohamed Amelhaf (35.) legte Emre Ekiz (52.) für die U19 nach der Pause erneut vor. Am Ende waren es Bruchsals Routiniers Lukas Durst (62.) und Tobias Schongar (73.), die das Spiel für den Oberligisten in eine standesgemäße Spur drehten. „Ich hoffe mal, dass die Jungs nur noch ein bisschen platt von der Vorbereitung waren“, sagte Schneider. Das Testspiel gegen die U19 ist nicht der einzige Bezugspunkt der Bruchsaler zum Zweitligisten aus dem Wildpark. Ein Erstkontakt von Sportvorstand Michael Grub hatte in der vergangenen Saison dazu geführt, dass in Marlon Dinger ein Jungprofi des Karlsruher SC den Weg ins städtische Stadion fand. Und dort hinterließ der 20 Jahre alte Innenverteidiger laut Trainer Schneider einen sehr guten Eindruck. Am Ende setzten jedoch Corona-Lockdown und Saisonabbruch dem Projekt ein vorzeitiges Ende. „Aber wenn beide Seiten Interesse haben, es einen jungen Spieler bei uns gibt, der perspektivisch nach Bruchsal passt und der FC auf dieser Position auch Bedarf hat, dann kann es immer wieder sein, dass ein Spieler dorthin verliehen wird. Oder sogar ganz wechselt“, verspricht Oliver Kreuzer. Es sei zwar nicht die Art Kooperation mit zehnseitigem Vertragswerk. „Aber wir sind in ständigem Kontakt“, erklärt der Sportgeschäftsführer des KSC aus dem Trainingslager. Denn natürlich ist es nach dem Verlust seiner U23 auch für den KSC ein reizvolles Geschäft. Denn es gibt nicht nur Nachwuchstalente wie Florent Muslija, Dominik Kother oder Tim Breithaupt, die relativ zügig den Anschluss in die Lizenzspielermannschaft finden. „Es gibt auch Spieler, die brauchen diesen zweiten Bildungsweg. Da dauert es aus verschiedenen Gründen ein wenig länger. Oft sind das einfach nur körperliche Gründe“, weiß der Fußballfachmann, der in solchen Fällen erst einmal den Kontakt zu Spielern und Beratern sucht. „Wenn Du keine Perspektive hast im Herrenfußball zu spielen, sondern immer nur trainierst, dann kommst Du nicht voran“, erklärt er. Über die Bedingungen rund um das städtische Stadion in Bruchsal ist der frühere FC Bayern-Profi voll des Lobes. Kreuzer, dem das Gelände noch von einem blamablen Beinahe-Aus des KSC (3:2 n.V.) im badischen Pokal 2012 in Erinnerung war, folgte damals einer Einladung Grubs. „Es sind neue Plätze entstanden. Die haben einen Kunstrasenplatz, die ganze Anlage ist top gepflegt“, sagte er. Er habe sofort gewusst, dass die künftigen Leistungsträger des KSC da gut aufgehoben seien. Umso glücklicher ist Kreuzer nun, dass auch das Frauenteam der Blau-Weißen auf dem Gelände temporär eine neue Heimat gefunden hat. „Auch das ist aus unserem wirklich guten Verhältnis zu Michael Grub entstanden“, verrät er. Für Bruchsals Sportvorstand dagegen nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit. „Eine Partnerschaft besteht ja nicht nur aus Nehmen, sondern auch aus Geben. Und deswegen geben wir jetzt einfach mal“, sagt Grub. Eine Garantie für einen jährlichen Talenttransfer kann Kreuzer allerdings dennoch nicht geben. „Am Ende entscheidet der Spieler, wo er hingeht“, räumt er ein. Grub bleibt dennoch gelassen. „Jetzt warten wir mal ab bis zum 31. August, ob uns der KSC noch mal einen oder zwei Spieler zur Verfügung stellt. Wir lassen uns überraschen“, sagt er. Voller Einsatz: Daniel Schiek (rechts) und sein 1. FC Bruchsal gewinnen am Donnerstagabend ein Testspiel gegen die U19 des Karlsruher SC mit 3:2 (1:1). Bruchsal-Trainer Mirko Schneider ist mit dem Auftritt seiner Mannschaft dennoch nicht restlos zufrieden.

174 Ansichten