11.Spieltag

Sa, 10.10.20 | 15:00

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Bruchsaler erleiden Debakel

Bruchsal. Das Heimspiel des Fußball-Oberligisten 1. FC Bruchsal gegen die Stuttgarter Kickers war noch keine Viertelstunde alt, als das Gesicht von Gästetrainer Ramon Gehrmann erstmals ein Lächeln zierte. Und gut 20 Minuten später war seinem Gegenüber Mirko Schneider die Laune restlos vergällt. Als Schiedsrichter Martin Wilke aus dem südbadischen Merzhausen den einseitigen Vergleich schließlich beendete, bejubelten die Schwaben einen furiosen 8:0(3:0)-Erfolg beim Aufsteiger. Die Bruchsaler mussten hingegen die höchste Saisonniederlage hinnehmen und rutschten am elften Spieltag in die Abstiegszone.

„Wir sind heute desolat aufgetreten“, grämte sich FC-Coach Schneider nach dem Debakel. Ein Beispiel bot der Kickers-Angriff in der zwölften Minute: kein Bruchsaler Abwehrspieler fühlte sich dabei zuständig für Cristian Giles Sanches, bei dessen Flachschuss der Ball zunächst am Pfosten und dann im Netz landete. „Für uns hat das Spiel einen guten Verlauf genommen. Das frühe Tor hat uns Sicherheit gegeben“, urteilte später dann auch Stuttgarts Übungsleiter Gehrmann.

Spätestens ab der 37. Minute hatten die Bruchsaler den Unparteiischen zum Buhmann auserkoren. Zunächst pfiff Referee Wilke einen sehr umstrittenen Elfmeter für die Gäste, den Mijo Tunjic (24.) zum zweiten Kickers-Treffer nutzte. Und dem 3:0 erneut durch Angreifer Giles Sanches (37.) war ein Foulspiel am Bruchsaler Oguzhan Dogancay vorausgegangen. „Der Elfmeterpfiff war ein Witz“, ereiferte sich FC-Trainer Schneider und ergänzte frustriert: „Das dritte Gegentor hat uns das Genick gebrochen.“

Allerdings war fast vom Anpfiff an ein Klassenunterschied zwischen den Bruchsalern, die um den Ligaverbleib kämpfen, und dem Aufstiegsaspiranten aus der Landeshauptstadt zu erkennen. Die Gastgeber zeigten großen Respekt vor den routinierten Widersachern, ließen den technisch überlegenen Kickers oft viel Raum und wirkten mit Ausnahme einer Phase im zweiten Abschnitt hektisch. Die aktuellen Akteure des ehemaligen Bundesligisten hätten bereits zum Seitenwechsel noch deutlicher führen können; ein Latten- und ein Pfostentreffer waren nur zwei von einem halben Dutzend vergebener Möglichkeiten.

Die maximal zugelassenen 500 Zuschauer, etwa die Hälfte davon aus Schwaben, sahen in der 50. Minute, wie Giles Sanchez den Vorsprung der Blauen weiter ausbaute. Anschließend gelang es dem Neuling, die Begegnung im Sportzentrum einigermaßen ausgeglichen zu gestalten, ehe die Gäste einen beachtlichen Schlussspurt zeigten. David Braig (78.), Nico Dobros (79.) und Markus Obermosterer (87., 88.), der zuvor mit einem Strafstoß an Bruchsals Torwart Yannick Merz gescheitert war, sorgten für den Endstand.

Der Mannschaft von Trainer Schneider, der gegen die Stuttgarter auf Manuel Morilla Morito, Daniel Schiek, Erich Strobel und Dragan Peric verzichten musste, steht am kommenden Samstag möglicherweise ein wegweisendes Kräftemessen bevor; sie tritt dann um 14.30 Uhr beim Freiburger FC an, der ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte platziert ist.

1. FC Bruchsal: Merz, Dogancay (46. Durst), Schongar, Bergheim (46. Walica), Berecko (53. Miranda Spelleken), Gessel (68. Zelic), Bediako, Bulu, Walther, Sahiti, Amelhaf.

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