2.Spieltag

Sa, 29.08.20 | 15:00

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Nullnummer vor Gnabrys Augen

Bruchsal (nbb). Es war die Szene, die Oberliga-Aufsteiger 1. FC Bruchsal beim torlosen Unentschieden gegen den 1. Göppinger SV am Samstag hätte als Sieger vom Platz gehen lassen können. In der 38. Minute eroberte Albin Sahiti am Sechzehn-Meter-Raum den Ball und schickte Stürmer Lukas Durst auf die Reise. Dessen finalen Ball auf den mitgelaufenen Marcel Gessel konnte dieser jedoch nicht verwerten. Am Ende blieb es beim Unentschieden.

„Nach einem 80-Meter-Sprint hat man einiges im Kopf“, erklärte Gessel hinterher die Situation, in der ihm auch Teamkollege Francis Bediako als mögliche Anspielstation entgangen war. „Ich war der Überzeugung, dass rechts keiner mitgelaufen war. Deswegen wollte ich den Verteidiger nochmal kreuzen, im Nachhinein die falsche Entscheidung“, erkannte er. Gessels Gesamtleistung jedoch schmälerte die verpasste Gelegenheit nicht. „Der ist heute so unfassbar viel gelaufen“, fand Trainer Mirko Schneider.

Der FCB war bereits bei seiner Heimpremiere zum „Sieger der Herzen“ geworden. Konsequent und scheinbar unermüdlich hatten die Spieler die Räume im Mittelfeld eng gemacht und dem Oberliga-Zweiten der Vorsaison mit einer Kette aus drei Sechsern vor der Abwehr so ziemlich jeden Spielspaß genommen. Auch Göppingens Torgarant Kevin Dicklhuber blieb weitgehend abgemeldet. „Den habe ich heute übernommen“, konstatierte FCB-Verteidiger Daniel Schiek, der Dicklhuber nicht aus den Augen gelassen hatte. „Ich habe ihn auch mental ein bisschen rausgebracht. Ich habe 80 Minuten mit ihm geredet. Das war nicht sein Spiel heute“, feixte der 25-Jährige nach der Partie.

Auch über einen Mangel an prominenten Zeugen brauchte sich der 1. FC Bruchsal nicht zu beklagen. Wie von den Verantwortlichen erhofft, hatte es sich Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick nicht nehmen lassen, das erste Spiel des Oberliga-Aufsteigers im Stadion zu verfolgen. Als Verstärkung hatte sie ihren Vorgänger Bernd Doll und den Fraktionsvorsitzenden Hans-Peter Kistenberger (CDU) mit im Gepäck. Völlig unverhofft dagegen tauchte eine weitere Lichtgestalt im städtischen Rund auf: Serge Gnabry, der mit dem FC Bayern München eine Woche zuvor noch das Champions-League-Finale gewonnen hatte. Der 25-jährige Triple-Sieger hatte sich unter die 345 Zuschauer gemischt, um von dort aus das Spiel seines Cousins Jannick Schramm in Reihen der Göppinger zu sehen. Zwingende Chancen der Schwaben allerdings sah er nicht. Dafür aber noch eine weitere für den FCB (78.), als Erich Strobel Oguzhan Dogancays Querpass verstreichen ließ. Glück hatte Bruchsal, dass Schiedsrichter Daniel Leyhr kurz vor Schluss nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte.

„Wir haben heute nicht die Champions League gewonnen, sondern nur einen Punkt gegen Göppingen. Aber die Art und Weise, wie meine Spieler das heute gemacht haben, das hat mich einfach fasziniert“, sagte Schneider. Kurz vor der Partie hatte Patrick Berecko mangelnde Spielbereitschaft signalisiert, Innenverteidiger Cheick Ahmed Cisse zog sich in der 54. Minute eine Verletzung zu. „Wir fegen jetzt alles zusammen und schauen, was noch geradeaus laufen kann“, sagte Schneider nicht ohne Selbstironie. Denn bereits am Mittwoch (18 Uhr) geht es für die Bruchsaler weiter beim SV Linx.

1. FC Bruchsal: Merz – Morilla Morito, Cisse (54. Walther), Bediako, Strobel, Bediako, Schiek, Durst (57. Dogancay), Walica, Schongar, Sahiti (88. Hajeck).

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