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35. Spieltag

SA, 14.05.2022 | 15:30

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Kuengienda (6.)
Djermanovic (11., 61., 72., 75,)

Krajinovic (81.)

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Vorbericht

zum 35. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

Bruchsal (sog). Auch am Tag nach der 0:3-Niederlage des Fußball-Oberligisten 1. FC Bruchsal zuhause gegen den 1. Göppinger SV war die Enttäuschung über den Ausgang der Partie bei André Walica nicht gewichen. „Das tut schon noch weh und ärgert mich einfach“, sagte der Interimstrainer des Abstiegskandidaten, der eine Vielzahl an Chancen nicht genutzt hatte und zudem Torjäger André Redekop nach einer Roten Karte wegen Unsportlichkeit für wohl mindestens die nächsten beiden Partien verlor.

In die abschließenden vier Spieltage geht Bruchsal nun als Drittletzter mit einem Rückstand von vier Punkten auf den Nichtabstiegsplatz 14. Doch aufgeben gilt nicht. „Ich bin immer noch optimistisch“, sagt Walica, der von vier „Endspielen“ spricht. „Es ist wie im Pokal mit K.o.-Spielen: Bei einer Niederlage sind wir mehr oder weniger raus. Wir brauchen noch zehn Punkte.“ Dass von den vier Partien drei in der Fremde auszutragen sind, sieht der zuletzt wegen einer Verletzung an die Außenlinie verbannte Spielertrainer nicht als großen Nachteil an: „Das müssen wir ausblenden, durch solche Äußerlichkeiten dürfen wir keine Körner verlieren.“

Hoffnung mache, dass zuletzt angeschlagene Spieler einschließlich ihm selbst ins Mannschaftstraining zurückgekehrt sind, „das ist vielleicht ein Ass im Ärmel für die letzten Spiele.“ Bei ihm könne es eventuell für einen Einsatz am Samstag (15.30 Uhr) beim Tabellenzwölften SSV Reutlingen reichen. Dass Redekop fehlen wird, sei bitter, „aber jetzt müssen die anderen für ihn einspringen und alles rausholen.“

Der SSV Reutlingen sei eine „erfahrene Mannschaft mit einem großen Stadion“, sagt Walica und betont, dass er und sein Team sich auf die Begegnung an der Kreuzeiche freuten. Im Hinspiel unterlagen die Bruchsaler mit 1:2. Diesmal ist verlieren verboten.

 

Aufstellung

zum 35. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

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Medienmonitor

zum 35. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

Reutlingen. Als der große Schritt zum Klassenverbleib vollzogen war, kannte der Jubel im Stadion an der Kreuzeiche des SSV Reutlingen keine Grenzen. Es waren die Gastgeber, die angesichts von neun Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und einer Top-Tordifferenz bei noch drei ausstehenden Spielen mit 99-prozentiger Sicherheit auch in der kommenden Saison in der Oberliga kicken werden. Kaum geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der fünf Absteiger der 1. FC Bruchsal sein wird, der am Samstag von den Schwaben mit 0:6 (0:2) deklassiert wurde.

„Jetzt müssen wir auf ein Wunder hoffen, aber die kommen bekanntlich nicht so häufig vor“, meinte der Bruchsaler Interimstrainer und Kapitän André Walica nach der dritten deftigen Zu-Null-Niederlage hintereinander. Sieben Punkte beträgt der Rückstand des Drittletzten auf den Freiburger FC, der auf dem ersten Nichtabstiegsplatz steht und zudem ein viel besseres Torverhältnis aufweist.

Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen seien nötig, um das rettende Ufer vielleicht noch zu erreichen, hatte Walica vor dem Gastspiel in Reutlingen gemutmaßt. Diese Vorgabe zu schaffen, war bereits nach elf Spielminuten in weite Ferne gerückt. Nach verschlafenem Start lagen die Gäste, bei denen Walica beim Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause seiner Mannschaft keine Stabilität verleihen konnte, früh mit 0:2 in Rückstand. Nachdem die Reutlinger schon in der dritten Minute zweimal den Pfosten getroffen hatten, brachte Onesi Kuengienda den SSV in Minute sechs mit 1:0 in Führung. Fünf Minuten später musste der für Cuyler Adams ins Tor zurückgekehrte Oliver Nell erneut den Ball aus den Maschen holen, nachdem Jovan Djermanovic das 2:0 erzielt hatte. Es sollte nicht der letzte Treffer des SSV-Stürmers bleiben. Bis zur Pause fanden die Gäste, die bereits in der 29. Minute mit einem Doppelwechsel ein Zeichen zu setzen hofften, zwar besser ins Spiel und hatten Djermanovic im Griff. Doch nach einer Stunde brachen alle Dämme bei den Badenern. Mit einem Hattrick (61., 72., 75.) legte der Torjäger nach, ehe Florian Krajinovic (81.) das Ergebnis auf 6:0 schraubte. „Die Niederlage war auch in dieser Höhe verdient“, gab Walica zu.

Hatte der 1. FCB bei den Niederlagen gegen den SGV Freiberg (0:5) und den 1. Göppinger SV (0:3) lange Zeit noch ganz gut mitgehalten und für einige gefährliche Aktionen gesorgt, brachte er es in Reutlingen nur einmal in Person von Kadir Bulut zehn Minuten vor dem Ende zu einer echten Einschussmöglichkeit. Ansonsten war es mehr oder weniger ein Spiel auf ein Tor. „Wir sind regelrecht unter die Räder gekommen“, sagte Walica.

Als mögliche Erklärung für die desolate Leistung führte der Spielertrainer den Kräfteverschleiß ins Feld: „Die vielen Englischen Wochen haben viel Kraft gekostet. Wir wollten, konnten aber nicht.“ Einer solchen Belastung, geschuldet der Staffelgröße mit 20 Mannschaften und coronabedingt nachzuholenden Spielen, seien ja nicht mal Profis ausgesetzt, gab der Routinier zu bedenken. „In Reutlingen war der Akku leer, uns wurde der Stecker gezogen.“ Dass Redekop nach der Roten Karte aus dem Göppingen-Spiel fehlte und weiter fehlen wird, ist erschwerend hinzugekommen.

Den Betrieb angesichts der aussichtslosen Lage einzustellen, kommt natürlich nicht infrage. Walica: „Wir probieren, auch am Samstag gegen die TSG Backnang zu gewinnen.“ Für die Bruchsaler ist es das letzte Heimspiel der Saison. Das übernächste Heimspiel wird wohl eine Begegnung in der Verbandsliga sein.

1. FC Bruchsal: Nell, Berecko, Muto (29. Bediako), Peric (69. Ivan), Bulut, Schiek, Walica, Schongar, Hajeck (46. Dan), Sahiti (29. Dogancay), Sailer.

Schiedsrichter: Eckermann (Winnenden), Zuschauer: 550, Tore: 1:0 Kuengienda (6.), 2:0 Djermanovic (11.), 3:0 Djermanovic (61.), 4:0 Djermanovic (72.), 5:0 Djermanovic (75.), 6:0 Krajinovic (81.).

Nicht zu halten: Jovan Djermanovic vom SSV Reutlingen (rechts) ließ sich weder von Tobias Schongar noch von einem anderen Bruchsaler stoppen und schnürte einen Viererpack.

 
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