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29. Spieltag

Do, 14.04.2022 | 18:00

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Redekop (01., 54.)

Berecko (21.)

Hajeck (55.)

Vella (59.)

Vorbericht

zum 29. Spieltag gegen Lörrach Brombach

Bruchsal. Auf seine Premiere als Spielertrainer musste André Walica länger warten als gedacht. Zunächst fiel am 2. April die Partie beim FSV Bietigheim-Bissingen aus, dann machte am vergangenen Samstag das Wetter dem Heimspiel gegen den 1. Göppinger SV einen Strich durch die Rechnung. Nun soll es aber endlich klappen mit dem ersten Duell des 1. FC Bruchsal nach der Ära von Mirko Schneider, der nach der bitteren 1:2-Niederlage im Verbandspokal-Halbfinale beim FC Türkspor Mannheim am 30. März zurückgetreten war.

"In der Kabine ist der Glaube absolut noch da."

André Walica, Spielertrainer des 1. FC Bruchsal

Gegner des Fußball-Oberligisten ist an diesem Donnerstag (18 Uhr) Schlusslicht FV Lörrach-Brombach. 220 Kilometer Anreise liegen somit vor Walicas Mannschaft, was an einem Werktag nicht ganz ideal ist. Und dennoch sind die am Tabellenende abgeschlagenen Südbadener eigentlich der perfekte Kontrahent, um die Aufholjagd zu starten, die bestenfalls Anfang Juni mit dem Klassenverbleib in der Oberliga enden soll.

„Im Nachhinein betrachtet, war die Pause vielleicht nicht so schlecht“, findet auch Walica, denn die Unterbrechung habe ihm und seinem Co-Trainer Igor Berecko die Möglichkeit gegeben, ein paar Spielideen zu entwickeln. Außerdem konnte der ein oder andere Spieler seine Blessuren auskurieren. Neben dem zuletzt gesperrten Marcel Gessel ist so etwa Dragan Peric zurück. Nach längerer Auszeit stieß auch Daniel Schiek wieder zur Mannschaft, Gianluca Mantel ist nach schwerer Verletzung immerhin ins Training eingestiegen, Maurizio Vella ist ebenfalls eine Option.

Walica kann die Optionen gut gebrauchen, denn das Restprogramm bis Pfingsten ist auch wegen der jüngsten Ausfälle extrem hart. Zwölf Partien warten in den kommenden sieben Wochen auf die Fußballer aus der Barockstadt, es sind Walicas Wochen den Wahrheit. Wenn noch etwas gehen soll in Richtung Klassenverbleib, müssen jetzt Siege her. „Ein Punkt in Lörrach ist eigentlich schon zu wenig“, sagt der Spielertrainer – auch vor dem Hintergrund, dass am Ostermontag (15.30) im FC Nöttingen ein schwerer Gegner ins Bruchsaler Sportzentrum kommt.

„Es geht jetzt darum, die Runde mit Anstand und Niveau zu Ende zu bringen“, hatte Sportvorstand Michael Grub in der Emotion nach dem verpassten Pokalfinal-Einzug und dem Abgang Mirko Schneiders gesagt. Betrachtet man die Tabelle mit ein wenig zeitlichem Abstand, zeigt sich aber, dass durchaus noch alles möglich ist. Zwar sind die Bruchsaler Vorletzter, es ist aber weiterhin realistisch, dass „nur“ fünf statt sieben Teams in die Verbandsliga absteigen. Tritt dieses Szenario ein, fehlen dem 1. FCB nach aktuellem Stand neun Punkte ans rettende Ufer – bei noch zwei zu absolvierenden Nachholspielen.

„Von außen dringt schon durch, dass uns viele abgeschrieben haben“, sagt Walica: „In der Kabine ist der Glaube aber absolut noch da.“ Die Stimmung bei den Übungseinheiten sei gut, die Moral intakt. „Wir wissen aber auch: Beim Training gewinnt man keine Punkte“, macht der Spielertrainer deutlich. Es zählt auf dem Platz – und an diesem Donnerstag in Lörrach ist ein Sieg für die Bruchsaler Pflicht.

 

Aufstellung

zum 29. Spieltag gegen Lörrach Brombach

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Medienmonitor

zum 29. Spieltag gegen Lörrach Brombach

Lörrach/Bruchsal. Besser hätte der Einstand von André Walica als Spielertrainer des 1. FC Bruchsal nicht laufen können. „Von der Anreise bis zur Rückfahrt war alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten“, fasste es der Kapitän und Interimscoach des Fußball-Oberligisten am Freitagmorgen zusammen.

"Die Art und Weise war mir sogar noch wichtiger als die drei Punkte."

André Walica, Interimstrainer 1. FC Bruchsal

Am meisten überwog freilich die Freude über die starken 90 Minuten auf dem Kunstrasenplatz des FV Lörrach-Brombach. Mit einer konzentrierten und souveränen Leistung hatten die Barockstädter den Tabellenletzten mit 5:0 (2:0) besiegt und damit auch ein Signal an die am Donnerstag überwiegend sieglose Konkurrenz im Abstiegskampf gesendet. Aufgegeben hat sich der 1. FC Bruchsal noch lange nicht.

Das machte die Mannschaft in Spiel eins nach Mirko Schneiders Rücktritt von der ersten Minute an deutlich – und wurde umgehend belohnt. Keine 60 Sekunden waren gespielt, als André Redekop nach einem schönen Pass von Roman Hajeck zur 1:0-Führung abschloss. „Das hat uns gleich richtig gutgetan, weil wir danach befreit aufspielen konnten“, freute sich Walica. Der Spielertrainer selbst leitete dann das 2:0 mit einem Eckstoß ein, den er mustergültig auf den Kopf von Patrick Berecko servierte (22.). Hinten standen die Gäste gut und brachten den Vorsprung mühelos in die Pause.

„Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war mir sogar noch wichtiger als die drei Punkte“, zog Walica Bilanz. Damit meinte er auch die zweite Halbzeit, in der die Bruchsaler weiter mutig nach vorne spielten und sich Selbstvertrauen für den Saisonendspurt erarbeiteten.

Gerade einmal fünf Minuten brauchte es für die drei weiteren Treffer. Zunächst schnürte Redekop nach Vorlage von Marcel Gessel, der nach Gelb-Rot-Sperre zurück im Team war, seinen Doppelpack (54.). Hajeck legte nur eine Minute später nach, ehe der kurz zuvor eingewechselte Maurizio Vella mit einem tollen Heber, zumindest was die Tore anging, für einen sehenswerten Schlusspunkt sorgte (59.). Anschließend konnten die Bruchsaler in den Verwaltungsmodus übergehen. Das Schlusslicht aus Südbaden kam auch noch zur ein oder anderen Gelegenheit, die Gästekeeper Cuyler Rockwell Adams bei seiner Premiere im Tor des 1. FC vereitelte. Die beste Chance zum 6:0 verpasste auf der anderen Seite Cosmin-Marian Ivan, als er einen Kopfball neben den Kasten setzte (89.).

Zuvor hatte Walica den klaren Spielstand genutzt, um dem ein oder anderen Akteur Spielpraxis zu ermöglichen, der in den vergangenen Wochen weniger zum Einsatz gekommen war. „Außerdem konnten wir ein paar Kräfte schonen mit Blick auf die nächsten Aufgaben“, so Walica. Die nächste davon wartet bereits am Montag (15.30 Uhr), wenn der FC Nöttingen zu Gast im Städtischen Stadion ist. Gegen den formstarken Tabellen-Fünften müssen sich die Bruchsaler auf deutlich größere Gegenwehr einstellen.

1. FC Bruchsal: Adams, Sailer, Walica, Schongar, Stjepanovic, Gessel, Berecko, Sahiti (59. Peric), Bulut (69. Beladjel), Redekop (54. Vella), Hajeck (56. Ivan).

Schiedsrichter: Ehing (Hegau), Zuschauer: 80, Tore: 0:1 Redekop (1.), 0:2 Berecko (22.), 0:3 Redekop (54.), 0:4 Hajeck (55.), 0:5 Vella (59.).

 
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