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19.Spieltag

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Dragan Peric (87.)

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Vorbericht

zum 19. Spieltag gegen den FV 08 Villingen

 

Bruchsal. In der mit 20 Mannschaften voll besetzten Oberliga war es seit Saisonbeginn schon so, in den kommenden Wochen gilt es aber mehr denn je: Es ist ein Mammutprogramm für die Fußballer des 1. FC Bruchsal. Neun Partien hat die Mannschaft von Mirko Schneider allein bis Ende März zu bestreiten. Mindestens zwölf weitere folgen bis zum Saisonfinale im Juni.

 

Immerhin steht den Bruchsalern nach dauerhaften Personalengpässen in der Hinrunde wieder ein breiter Kader zur Verfügung, wenn es am Samstag (14.30 Uhr) im Städtischen Stadion zum Auftakt gegen den FC 08 Villingen geht. Wie der 1. FCB durch die kalte Jahreszeit kam, was sich personell getan hat und was sich das Team für die kommenden Monate vornimmt, fasst unser Redaktionsmitglied Marcel Winter zusammen.

 

Wie lief die Wintervorbereitung?

 

„Typisch“, sagt Mirko Schneider. Heißt: Viel Improvisation, immer wieder kranke und verletzte Spieler; Training und Vorbereitungsspiele teils auf tiefen Plätzen. Besonders gefallen hat Schneider das Trainingslager in Deidesheim/Pfalz, das die Mannschaft noch fester zusammengeschweißt hat. Die Testspielergebnisse waren zunächst eher durchwachsen, wurden aber zuletzt deutlich besser. Nach einem 2:2 gegen die GU-Türk. SV Pforzheim folgte ein 2:0 gegen den Kreisligisten FC Forst und ein weiteres 2:2-Unentschieden gegen die FT Kirchheim. In der vergangenen Woche gab es dann einen 9:3-Kantersieg gegen den SV Huchenfeld und ein starkes 3:1 gegen den Verbandsligisten SV Langensteinbach. „Es war eine deutliche Entwicklung zu sehen, daher bin ich unter dem Strich nicht unzufrieden“, zieht der Coach Bilanz.

 

Wie ist die personelle Lage? Was hat sich über den Winter noch getan im Bruchsaler Kader?

 

Die Sorgen sind auf jeden Fall kleiner geworden – und das trotz dreier Abgänge. Komlan Agbegniadan hat sich zum FC Kirrlach verabschiedet, Phill Parker Pagna wechselte zum FC Speyer. Außerdem wurde der Vertrag mit Mohamed Amelhaf aufgelöst. Kompensiert wurde dies mit vier Neuzugängen. Zum einen soll der Rumäne Cosmin Ivan die Offensive stärken. Samit-Islam Beladjel und Dan-Emilian Neicu sind neue Optionen für die Verteidigung. Außerdem kam Cuyler Adams als Alternative fürs Tor. Mindestens ebenso wichtig wie die Neuen sind aber die Rückkehrer nach langen Verletzungen. Neben Roman Hajeck und Dragan Peric ist hier vor allem Maurizio Vella zu nennen. Auch Hoffnungsträger Gianluca Mantel, der im Sommer aus Walldorf kam und sich direkt schwer verletzte, könnte dem Team im Verlauf der Rückrunde noch sehr helfen.

 

Mit welchem Plan gehen die Bruchsaler den Abstiegskampf in der Oberliga im neuen Jahr an?

 

Dass die Leistungsträger und Führungsspieler Amelhaf und Agbegniadan abgegeben wurden, war am Ende keine große Überraschung mehr. Es soll auf menschlicher Ebene nicht so gut gepasst haben. „Das Gesamtgefüge muss funktionieren“, sagt Coach Schneider zu diesem Thema nur. Und da ist der Büchenauer guter Dinge, dass dies wieder zur großen Stärke des eher kleinen Oberligisten werden kann. „Wir setzen auf Geschlossenheit und den Teamgeist“, sagt Schneider. „Und vor allem leben wir von dem Glauben, dass vieles möglich ist, wenn man nur will.“

 

Und wie sieht es mit dem Verbandspokal aus?

 

Der ist natürlich in den Hinterköpfen, gibt Schneider unumwunden zu. Er soll aber trotz der historischen Chance nicht alles andere überlagern. Am 30. März (Mittwoch) geht es im Halbfinale gegen den Landesligisten Türkspor Mannheim. Gegner im möglichen Endspiel, dem potenziell ersten in der Bruchsaler Vereinsgeschichte, wäre dann der Sieger der Partie SV Wagenschwend gegen den SV Waldhof Mannheim. Wenn alles nach Plan läuft, könnte am Ende der Saison sogar der Einzug in den DFB-Pokal stehen, selbst im Falle einer Final-Niederlage. Aber das ist noch Zukunftsmusik. „Darüber reden wird, wenn es soweit ist“, sagt Schneider.

 

Was erwartet der Trainer am Samstag zum Auftakt gegen den FC Villingen?

 

Der Tabellenfünfte gehört für Schneider „absolut zur Spitzengruppe der Liga“. Mut macht ihm, dass seiner Mannschaft die Duelle gegen die Top-Teams bislang ganz gut lagen. Außenseiterchancen rechnet er sich daher mindestens aus. „Vielleicht ist es auch ganz gut, dass wir jetzt gegen sie spielen und nicht erst, wenn die Runde wieder eine Weile läuft“, so Schneider. Jedes Spiel ist eine neue Chance, um einen Lauf zu starten. Es wäre so wichtig im harten Abstiegskampf der Oberliga.

 

Aufstellung

zum 19. Spieltag gegen den FC 08 Villingen

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Medienmonitor

zum 19. Spieltag gegen den FC 08 Villingen

Bruchsal (nbb/maw). Den Höhepunkt der Nachholpartie des 1. FC Bruchsal gegen den FC 08 Villingen in der Fußball-Oberliga verkündete Sportvorstand Michael Grub am Samstag höchstselbst. „90. Minute, das 1:0 von unserer Nummer 14, Dragan Peric“, schmetterte er in Vertretung des erkrankten Stefan Laubner über die Lautsprecheranlage ins Städtische Stadion. Dass ihm der Zeiger der Uhr dabei um ganze drei Minuten nach vorne verrutscht war – Nebensache.

„Das Punktesammeln hat begonnen, die Aufholjagd wird ab heute gestartet“, verkündete Grub nach dem Abpfiff dann noch euphorisch, verbunden mit den besten Wünschen der Vorstandschaft. „Es war nur ein Tor für drei Punkte. Wir stehen noch unten, da gibt es noch nicht so viel Grund zur Freude“, befand der Torschütze Peric nach der Partie dagegen eher bescheiden. Zumindest ein kleines bisschen dürfe man sich aber jetzt auch freuen. „Heute haben wir uns für die harte Arbeit belohnt“, betonte er und schickte gleich eine Warnung hinterher: „Aber am Montag sollten wir genau da weitermachen“.

Sein Trainer Mirko Schneider hatte zuvor Gäste aus Villingen gesehen, die zumindest in der ersten Hälfte den Wind und die besseren Chancen auf ihrer Seite hatten. Mit Rückenwind, langen Bällen und zwei Stürmern setzten die Schwarzwälder Bruchsal vor allem in der Anfangsphase gehörig unter Druck.

Bereits in der zweiten Minute kam das Team von Trainer Marcel Yahyaijan durch Dragan Ovuka zu seiner ersten guten Chance. Sechs Minuten später musste Bruchsals Torhüter Nell einen aus rund 30 Metern stark geschossenen Freistoß von Erich Sautner entschärfen. As Ibrahima Diakites (11.) Alleingang auf das Bruchsaler Tor wurde in letzter Sekunde gestoppt. Auch in der Folge fand Bruchsal noch nicht die richtigen Mittel, um sich zu befreien oder gar Druck aufbauen zu können. Doch abgesehen eines von Sautners überhastet abgeschlossenem Konter, kam auch bei Villingen nicht mehr viel heraus. „Ich war froh, dass es zur Pause noch Null zu Null stand“, gab Schneider zu. Und peitschte seine Mannschaft verbal nach vorne. „Wenn nicht heute bei diesen Umständen, wann wollen wir dann gegen die gewinnen?“, fragte er in seiner Halbzeitansprache.

Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden. Mit dem Herz in der Hand und dem Wind im Rücken ließ der 1. FC Bruchsal den Gästen fortan immer weniger Freiräume für ihren Kombinationsfußball. Der Bruchsaler Platz tat ein Übriges. Während Villingens Coach Yahyaijan vor seiner Bank herzhaft über dessen Qualität fluchte, erspielte sich der 1. FC zunehmend Eckbälle, Freistöße und sogar ein oder zwei ansehnliche Kombinationen. „Der Plan vom Gegner war ja nicht schlecht, aber in der zweiten Hälfte hat unserer eben besser funktioniert“, sagte Schneider und auch Torschütze Peric fand: „Der Platz war sehr schwer bespielbar, dazu kam noch der Wind. Es war am Ende ein Willensspiel. Wer den Sieg mehr will und den ersten Treffer macht, der nimmt die drei Punkte mit“, empfand es später auch Peric, der mit seinem Treffer (87.) alles klarmachte.

Als wahren Sieger empfand Schneider an diesem Tag aber seine gesamte Mannschaft. Denn nicht nur Mentalität und Teamgeist, sondern auch die körperliche Fitness habe gestimmt. „Beim Gegner wurde es im Vergleich zu uns gefühlt immer ein bisschen weniger. Das zeigt mir, dass wir auch körperlich auf einem guten Weg sind. Dafür war unser Trainingslager in der Pfalz ein Schlüssel“, ist er überzeugt. Ob das alles reichen wird, noch den Absprung aus der Abstiegszone zu schaffen? „Wenn wir ganz ehrlich sind, nützen uns tabellarisch gesehen nur Siege“, sagte Schneider. Mit einem Sieg zu starten, sei daher optimal gewesen. „Aber auch dafür gibt es nur drei Punkte und keine dreißig. Aber es muss in diese Richtung weitergehen“, sagte er und fügte hinzu: „Sicher ist, dass uns das Auftrieb geben wird. Und so soll es auch weitergehen“.

1. FC Bruchsal: Nell – Berecko (64. Bulut), Gessel, Peric, Durst, Walica, Schongar, Hajek (90.+1 Neicu), Vella (90.+4 Ivan), Sahiti (73. Redekop), Sailer.

Schiedsrichter: Prigan (Esslingen), Zuschauer: 130, Tor: 1:0 Peric (87.).

Enges Duell: In einem Nachholspiel der Fußball-Oberliga setzten sich Lukas Durst (rechts) und der 1. FC Bruchsal mit 1:0 gegen Kamran Yahyaijan und den FC Villingen durch. Der Sieg soll Auftrieb im Kampf um den Klassenverbleib geben.

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