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18.Spieltag

SA, 20.11.2021 | 14:30

2G ERFORDERLICH

2

Amelhaf (86.)

Redekop (88.)

2

Jeggle (18.)

Boneberger (22.)

Vorbericht

zum 18. Spieltag gegen den FV Ravensburg

Bruchsal (nbb). Eine ganze Woche hat Bogdan Tufa seine Mannschaft noch nie alleine auf ein Spiel vorbereitet. Doch dem Co-Trainer vom 1. FC Bruchsal bereitet dieser Umstand vor der Partie gegen den FV Ravensburg am Samstag (14.30 Uhr) trotz der Abwesenheit von Cheftrainer Mirko Schneider und Co-Trainer Timo Böhmer keine größeren Sorgen. «Ich weiß, ich bin ein junger Trainer. Jünger als manche Spieler. Ich habe auch nicht so viel Erfahrung», räumt er ein. 

Seinen jugendlichen Ehrgeiz und Elan hat der 29-Jährige jedoch, auch wenn er ihn zu bremsen versucht. «Ich versuche ihnen das zu vermitteln, was unsere Philosophie ist», legt Tufa dabei aber großen Wert auf den Konsens des Trainerteams. «Die Mannschaft setzt um, was ich sage. Und das ist, was wir sagen. Ich brauche das auch nicht fünf Mal erklären. Manchmal kommt das für mich sogar unerwartet», berichtet er diese Woche von aufmerksamen und gut gelaunten Spielern im Training. 

Tufa, der aus dem siebenbürgischen Mediaș stammt, seit acht Jahren in Deutschland lebt und arbeitet, war zuvor im Jugendbereich in Südbaden tätig. Nach dem Umzug von Durmersheim nach Pfinztal suchte er eine neue Herausforderung. Als das Angebot von Mirko Schneider kam, war für ihn klar: «Oberliga ist eine Chance, die ich nicht verpassen darf», erzählt er. Tufas Vater brachte ihm von einer Schulung in England ein T-Shirt von Manchester United mit. «Seitdem bin ich Man United-Fan», erzählt er. Die spielten zwar immer 4-2-3-1, während Bruchsal sich danach richten müsse, was gerade für Spieler da seien. «Aber um ehrlich zu sein, hab ich von denen schon mal ein paar Sachen abgeschaut. Aber eher, was die Spielchen im Training angeht, weniger das System. Die müssen aber auch nicht schauen, auf welcher Position Spieler gerade krank oder geschäftlich unterwegs sind», lacht er.

Der Matchwinner von Backnang, Roman Hajeck, wird diesmal wohl nicht mit von der Partie sein. «Roman darf noch nicht trainieren. Er hat auch noch nicht trainiert. Aber was den Samstag angeht, wissen wir noch nicht genau», sagt Tufa mit einem schelmischen Augenzwinkern. Doch der Kader der Bruchsaler sieht insgesamt wieder besser aus, als in der vergangenen Woche. «Lukas Durst und Marcel Gessel (Gelb-Rot-Sperre) stehen wieder im Team», bestätigt Tufa. Auch beide Torhüter stehen den Bruchsalern wieder zur Verfügung. 

Was die beiden am vergangenen Wochenende fehlenden Akteure Parker Pagna und Komlan Agbégniadan angeht, stehen die Zeichen beim Verein offenbar auf Trennung. «Egoismus hat in unserem Team keinen Platz», formulierte Sportvorstand Michael Grub den Sachverhalt und auch Tufa sieht daraus entstehende Lücken sportliche als lösbar an. «Wir haben Spieler, die die Qualitäten von Komlan Agbégniadan haben. Fußball ist ein Mannschaftssport. Und ich glaube daran, es keinen Spieler gibt, der nicht ersetzbar ist», sagt er. Neuzugang Maurizio Vella sei vielleicht nicht so kopfballstark, aber er werde mit Sicherheit seine Tore machen. 

Die letzten beiden Spiele des Gegners Ravensburg hat Tufa intensiv studiert. «Das ist eine spielstarke Mannschaft, die versucht, ihr Spiel vom Torwart an aufzubauen», berichtet Tufa. Dem 1. FC Bruchsal spielt in die Karten, dass Ravensburgs bester Spieler Daniel Schachtschneider noch eine Rotsperre abbrummen muss. «Der wird ihnen schon fehlen», ist Bruchsals Co-Trainer überzeugt. Auch sieht er die Gäste trotz deren Qualitäten in einem Bereich, in dem seine Elf einen «Punkt oder Punkte holen kann, wenn sie ihren Teamgeist und die Leistung vom vergangenen Wochenende abrufen», glaubt er. Wenn mal das Glück auf Seiten des 1. FC falle, fügt er hinzu. Zumindest die fünf oder zehn Prozent, die man im Fußball immer brauche. «Dann werden wir wieder punkten. Auch überraschend, wie in Backnang», ist Tufa überzeugt.

 

Aufstellung

zum 18. Spieltag gegen den FV Ravensburg

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Medienmonitor

zum 18. Spieltag gegen den FV Ravensburg

 

Bruchsal. Der Joker ist neben der allseits bekannten Filmfigur, die Batman bei dessen Auftritten gewaltig auf die Nerven geht, in vielen Kartenspielen die Karte für einen nicht bestimmten Ersatz. In Fußballspielen dagegen zieht man den Joker, um Spielen, in denen offensiv nichts mehr geht, noch eine unerwartete Wendung zu geben.

An solchen Jokern scheint es dem 1. FC Bruchsal jedenfalls nicht zu mangeln. Einer der Joker von Trainer Mirko Schneider und seinem Team ist André Redekop. In der 89. Minute rettete der 26-jährige Stürmer auch am Samstag nach seiner Einwechslung beim 2:2 (0:2) gegen den FV Ravensburg mit seinem Ausgleichstreffer dem 1. FC erneut einen der dringend benötigten Punkte. Drei Minuten vor Redekop hatte der ebenfalls eingewechselte Mohamed Amelhaf (86.) mit seinem Anschlusstreffer den Weg zum Punktgewinn bereitet.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der gebürtige Paderborner Redekop gestochen, mit seinem Treffer zum 1:1 in Backnang die Wende im Spiel beim Tabellendritten eingeleitet, das letztlich noch mit 3:2 gewonnen wurde. „Es ist ja gut, wenn man so jemanden wie André Redekop von der Bank bringen kann. Seine Rolle als Joker ist aber seiner gesundheitlichen Situation geschuldet, definitiv nicht seinen fußballerischen Qualitäten“, sieht Schneider den Torschützen unter normalen Umständen kaum als Dauergast auf der Bank.

„Ich glaube, zur Halbzeitpause hätte keiner mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt. Richtig schlecht“, urteilte Schneider über die erste Hälfte seines Teams. Moritz Jeggle (18. Minute) und Jona Bonneberger (21.) hatten bis dahin bei ihrem Doppelschlag genau diesen Umstand im Bruchsaler Fünfmeterraum ausgenutzt. „Zu passiv, immer zu spät, Fehlpässe, nichts hat funktioniert“, lautete Schneiders Zusammenfassung. Auch bei den wenigen Beobachtern hatte da die Partie das nasskalte Herbstwetter in der Widrigkeiten-Skala schon längst überholt. Boneberger (45.+1) hätte sogar noch alles klar machen können, er verpasste einen Querpass allerdings um Haaresbreite.

Schneider reagierte zur Pause. Er brachte Rückkehrer Marcel Gessel (Gelb-Rot-Sperre) und änderte sein System von 5-2-3 auf ein Angriffspressing im 4-3-3. „Er hatte die letzten zwei Wochen nicht trainiert. Deswegen waren wir froh, ihn von der Bank bringen zu können“, erklärte Schneider, weshalb Gessel nicht von Anfang an spielte. Mit zunehmender Dauer biss sich Schneiders Elf in die Partie und wurde für Ravensburg endlich der erhofft unangenehme Gegner. „Das spricht für die Moral der Mannschaft“, fand der FCB-Coach. Co-Trainer Bogdan Tufa, der die Mannschaft in der vergangenen Woche auf das Spiel vorbereitet hatte, ergänzte: „Es bringt aber natürlich nichts, wenn wir jedes Mal eine tolle Moral zeigen, die ersten 20 Minuten jedoch das Spiel verschlafen.“

Die Probleme übersahen weder Schneider noch Tufa. „Wir haben zu viele individuelle Fehler im Spiel. Das ist an einigen Stellen auch einfach eine Qualitätsfrage“, sagte Schneider, der Licht und Schatten gesehen zu haben glaubte: „Von der Tabellensituation ein verlorener Punkt. Vom Spielverlauf her gesehen ein gewonnener Punkt“, fand er. In der Tabelle rutschen die Bruchsaler jedenfalls auf Rang 18 ab – der Abstand zum rettenden Ufer hat sich durch dreifache Punktgewinne der Konkurrenz vergrößert.

Beim Tabellensechsten FC Villingen gilt es für ihn am kommenden Samstag (15.30 Uhr) nun erneut, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Und vielleicht noch einmal durch einen doppelten Joker den Dreier mit in den Bruchsaler Mannschaftsbus zu packen.

1. FC Bruchsal: Merz – Kias, Stjepanovic (67. Amelhaf), Berecko (67. Redekop), Bediako (46. Gessel), Bulut, Schiek, Walica, Schongar (80. Durst), Vella, Sahiti.

Schiedsricherin: Sonja Reßler (Mannheim), Zuschauer: 75, Tore: 0:1 Jeggle (18.), 0:2 Boneberger (21.), 1:2 Amelhaf (86.), 2:2 Redekop (89.).

 
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