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17.Spieltag

SA, 13.11.2021 | 14:00

3G ERFORDERLICH

2

Santoro (29.)

Santoro (76.)

3

Redekop (72.)

Schongar (88.)

Hajeck (90.+5)

Vorbericht

zum 17. Spieltag gegen die TSG Backnang

Bruchsal. Nur nicht Waldhof Mannheim! Das hofften die Spieler und Funktionäre des 1. FC Bruchsal, unter ihnen auch Trainer Mirko Schneider, als sie am Donnerstagabend die Auslosung für das Halbfinale im badischen Fußball-Verbandspokal sahen. Der Wunsch wurde erhört – als Gegner wurde ein anderer Vereine aus der Quadratestadt gezogen. Im Frühjahr 2022 werden die Bruchsaler beim FC Türkspor Mannheim um den Einzug ins Endspiel kämpfen. Bis Mitte April sollen die Halbfinals gespielt sein, den genauen Termin machen die Clubs in den kommenden Tagen untereinander aus.

"So weit war der Verein im Pokal noch nie, das ist eine Riesenchance."

Mirko Schneider, Trainer 1. FC Bruchsal

Schneider erwartet zwar trotzdem „einen harten Brocken“, immerhin ist der Kontrahent Tabellenführer in der traditionell starken Landesliga Rhein-Neckar und hat auch einige Spieler in seinen Reihen, die schon höherklassig gespielt haben, wie Schneider weiß. „Ohne despektierlich zu klingen: vom Papier her ist das trotzdem eine lösbare Aufgabe“, sagt Bruchsals Coach dennoch: „Und es ist eben nicht Waldhof Mannheim.“ Die spielen nämlich gegen den Odenwald-Landesligisten SV Wagenschwend und wären dann der potenzielle Endspielgegner am Finaltag der Amateure, der wohl am 21. Mai 2022 wieder deutschlandweit stattfindet und live im Fernsehen übertragen wird.

„So weit war der Verein im Pokal noch nie, das ist eine Riesenchance“, findet Schneider, der selbst weder als Spieler noch als Trainer ein Halbfinale im Verbands-Wettbewerb erlebt hat. Solche Aussichten kommen dem 1. FC Bruchsal zurzeit gelegen, denn in der Oberliga herrscht Tristesse beim Tabellen-18., bei dem auch die Verletzungssorgen nicht abreißen. Umso mehr setzt Schneider auf Erfolgserlebnisse, die Pokalauslosung ist durchaus als eines zu werten, denn die Chance auf den Final-Traum sieht der Trainer als etwas Positives, das für den Liga-Alltag Auftrieb geben kann.

Den kann die Mannschaft bereits am Samstag (14 Uhr) im schweren Auswärtsspiel in Backnang gut gebrauchen. „Dass die tabellarische Situation schwierig ist, ist völlig klar“, sagt Schneider. Und auch, dass es bei der TSG Backnang schwer werde, „darüber brauchen wir nicht reden.“ Der Tabellendritte spiele aus seiner Sicht eine super Runde und ist klarer Favorit. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bruchsaler – wieder einmal – mit dem letzten Aufgebot ins Schwäbische reisen und auswärts ohnehin erst einen Punkt sammeln konnten.

Neben den Langzeitverletzten fehlen der gesperrte Marcel Gessel nach seiner Gelb-Roten-Karte gegen den SSV Reutlingen (1:2), sowie Salvatore Muto, Oguzhan Dogancay (beide Knieverletzung) und Daniel Schiek (Oberschenkel). Lukas Durst ist beruflich verhindert, zudem ist der Einsatz von André Redekop (Erkältung) fraglich.

Ob der Verein angesichts dieser Personal-Misere in der Winterpause reagiert, ist nicht abschließend geklärt. Es sei sicher nicht ausgeschlossen, sagt Schneider – natürlich immer abhängig von der Marktlage und im Rahmen der Möglichkeiten. Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass er bei den Rückkehrern nach ihren teils langen Verletzungspausen viel Potenzial sieht, um in der Oberliga das Blatt zu wenden. Denn nun, da viele ausgefallene Partien nachgeholt wurden und die Tabelle wieder geglättet ist, zeigt sich, dass der Abstand ans rettende Ufer deutlich angewachsen ist. Auf Rang 13, der garantiert für den Klassenverbleib reicht, sind es bereits elf Punkte.

Und sollte es am Ende tatsächlich sieben Absteiger geben, hilft in der Rückrunde nur eine Serie, da ist sich Schneider sicher. Das Pokal-Halbfinale gegen den FC Türkspor Mannheim könnte da noch eine wichtige Rolle spielen, um sich das nötige Selbstvertrauen zu holen – und gleichzeitig auch noch Vereinsgeschichte zu schreiben.

 

Aufstellung

zum 17. Spieltag gegen die TSG Backnang

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Medienmonitor

zum 17. Spieltag gegen die TSG Backnang

 

Backnang (nbb). Auch einen Tag nach dem 3:2 (0:1)-Sieg des 1. FC Bruchsal bei der TSG Backnang rieben sich wohl die meisten Akteure beim abstiegsbedrohten Fußball-Oberligisten verwundert die Augen. Der ein oder andere mag vielleicht sogar sicherheitshalber noch einmal das Internet bemüht haben, um sich Gewissheit zu verschaffen, dass der erste Auswärtssieg der Saison gegen den Tabellendritten aus Schwaben nicht etwa nur ein schöner Traum gewesen war.

Denn eigentlich hatte schon vor der Abfahrt einiges dafürgesprochen, dass es auch diesmal wieder nicht reichen würde. Erneut hatte die Liste der fehlenden Spieler beim 1. FC neue Höchststände vermeldet. Angesichts einer drohenden Ein-Mann-Ersatzbank schwang sich das Trainerteam nach der Abfahrt ans Telefon und bekniete zunächst ihren Stürmer André Redekop. Der hatte sich wegen den hartnäckigen Folgen eines Infekts an diesem Wochenende eigentlich schonen sollen. „André, pack bitte Deine Sachen, für den Not-Not-Notfall“, ließen sie ihren Schützling wissen. Der zögerte zwar, willigte dann aber doch ein, sich auf den Weg nach Backnang zu machen. Auch im Mannschaftsbus selbst wurden sie fündig.

Dort fuhr Roman Hajeck  mit. Als Zuschauer wohlgemerkt. Denn der 26-Jährige ist nach überstandenem Pfeifferschem Drüsenfieber noch weit entfernt von alter Stärke. „Ich hab weder Kickschuhe noch Klamotten dabei und außerdem vorhin gerade ein Bier getrunken“, entgegnete Hajeck. Mehr als ein oder zwei Sprints, gab Hajek noch zu bedenken, sei derzeit ohnehin noch nicht wieder drin. Besser als nichts, fand das Trainerteam, das nach kurzer Suche bei Torhüter Yannick Merz dann auch die passenden Schuhe fand.

Im Spiel waren Bruchsals Bemühungen in der Anfangsphase darauf ausgerichtet, die Null zu halten und auf Konter zu spekulieren. Das gelang gegen den Tabellendritten erstaunlich gut und führte schon nach zwei Minuten zur ersten Großchance durch Patrick Berecko. In der 28. Minute jedoch profitierte Backnangs Flavio Santoro von zögerlichen Abwehrverhalten von FC-Torhüter Yannick Merz und köpfte die Gastgeber zur Pausenführung. Die Trainerbank reagierte, ließ Mohamed Amelhaf in der Kabine und setzte fortan auf Neuzugang Maurizio Vella. Der erfahrene Stürmer sorgte sofort für frischen Wind, den wahren Sturm jedoch entfachte FC-Keeper Merz. Der bügelte seinen Fehler aus der ersten Hälfte wieder aus, indem er in der 58. Minute einen Foulelfmeter hielt. Ein Wachmacher, denn der FCB setzte nun alles auf eine Karte und auch Redekop wurden ins Rennen geworfen. Der erwies sich als Volltreffer. Gleich dreimal binnen fünf Minuten tauchte er allein vor dem Backnanger Gehäuse auf. Sein dritter Versuch (71.) saß dann zum Ausgleich, den jedoch Santoro (76.) erneut kontern konnte.

Bruchsal jedoch steckte nicht auf. Stattdessen besann sich die Mannschaft um Kapitän André Walica auf ihre kämpferischen Qualitäten. „Von da an hat sie einfach überragend gespielt. Alles probiert, hopp oder top“. Der bedingungslose Einsatz wurde in der 88. Minute tatsächlich belohnt, als Berecko einen Sailer-Freistoß von der Strafraumgrenze mit einem wuchtigen Kopfball ins Netz beförderte. Kurz zuvor wurde bereits Hajeck für die wenigen Schlussminuten ins Rennen geschickt. „Stell Dich vorne rein, irgendein Ball wird schon kommen“, wurde dem noch nicht Sprintfähigen mit auf den Weg gegeben. Und tatsächlich trat die Prognose von Bruchsals Team neben dem Platz in der vierten Minute der Nachspielzeit ein: Albin Sahiti zirkelte nach einem abgewehrten Eckball die Kugel genau auf Hajecks Kopf, der den Ball vorbei an Freund und Feind mustergültig zum Siegtreffer ins lange Eck beförderte.

1. FC Bruchsal: Merz, Kias (85. Hajeck), Stjepanovic, Berecko, Amelhaf (46. Vella), Bediako (62. Redekop), Bulut, Walica, Schongar, Sahiti, Sailer.

Schiedsrichter: Eisele (Leonberg), Zuschauer: 250, Tore: 1:0 Santoro (28.), 1:1 Redekop (71.), 2:1 Santoro (76.), 2:2 Berecko (88.), 2:3 Hajeck (90.+4).

 
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