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16.Spieltag

SA, 06.11.2021 | 14:30

3G ERFORDERLICH

1

Durst (69.)

2

Ganaus (35.)

Kuengienda (65.)

Vorbericht

zum 16. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

Bruchsal (nbb). Dass die Lage des 1. FC Bruchsal in der Fußball-Oberliga bescheiden ist, darüber gibt es rund um das Städtische Stadion wohl keine zwei Meinungen. Acht Punkte ist der Abstand zum rettenden Ufer. In André Redekop und Oliver Nell hat das Bruchsaler Lazarett wieder zwei Neuzugänge bekommen, das sich am vergangenen Wochenende etwas gelichtet hatte. Und auch Marcel Gessel hat nach seiner Knieverletzung aus der Partie gegen Freiberg signalisiert, dass es unter Umständen eng werden könnte für das Wochenende.

"Wir müssen wieder ein wildes Spiel veranstalten."

Mirko Schneider vor dem Spiel gegen Reutlingen

„Wenn Du dann in wichtigen Spielen auf wichtige Kräfte nicht zugreifen kannst, dann nervt das schon. Man kann nichts dagegen machen, Verletzungen gehören zum Fußball eben dazu. Aber wenn sie in der Häufigkeit, wie in dieser Saison auftreten, dann ist das schon ärgerlich“, sagte Innenverteidiger Tobias Schongar. Im Spiel gegen Freiberg musste auch er zwei Minuten vor dem Ende vom Platz. Ein gegnerischer Finger hatte sich in sein Auge gebohrt. „Bis auf einen kleinen Bluterguss ist aber alles wieder ok. Keine Gefahr“, gibt Schongar Entwarnung für den Samstag.

Für seinen Trainer Mirko Schneider ist das nichts Neues. Für den 46-Jährigen gilt es am Samstag (14 Uhr) gegen den Tabellenzwölften SSV Reutlingen wieder einmal, das Beste aus dem zu machen, was zur Verfügung steht. „Wir müssen wieder ein wildes Spiel veranstalten und erneut all-in gehen“, sagte er am Donnerstag. Viel Lob hat seine Mannschaft in den vergangenen Wochen gegen übermächtige Gegner erhalten, Zählbares sprang aber kaum heraus. Nur einmal gegen Astoria Walldorf II gelang ein Sieg.

Den Schwaben käme ein Auswärtserfolg in Bruchsal gerade Recht. Noch dringender bräuchte den allerdings Schneiders Elf. „Wir müssen am Samstag wieder drei Punkte holen“, forderte Schneider und fügte hinzu: „Egal wie.“ Wie jede Woche gibt es in Bruchsal einen kleinen Silberstreif am Horizont. So stiegen Sefa Bulut und Maurizio Vella nach ihren Verletzungen wieder ins Mannschaftstraining ein.

 

Aufstellung

zum 16. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

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Medienmonitor

zum 16. Spieltag gegen den SSV Reutlingen

 

Bruchsal. Die Bande des Städtischen Stadions in Bruchsal musste am Samstagnachmittag einiges aushalten. Vom bloßen Werbeträger wurde sie vom gastgebenden Oberligisten 1. FC Bruchsal beim 1:2 (0:1) gegen den SSV Reutlingen hin und wieder auch zu einer Art Klagemauer umfunktioniert. Denn spätestens als Marcel Gessel in der 49. Minute das Spielfeld nach einer Gelb-Roten Karte hatte verlassen müssen, bekam sie von der Bank den ein oder anderen Tritt aus tiefer Frustration heraus zu spüren. Gessel selbst hätte sich ebenfalls ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Allerdings von Schiedsrichterin Selina Menzel (Stutensee). „Mein Gegenspieler war nicht in Richtung Tor unterwegs. Natürlich bin ich falsch gelaufen, aber ich kann mich schließlich auch nicht wegzaubern. Ich mache einen Schritt nach links und er stolpert. Dumm gelaufen“, ärgerte sich der Sünder über ihre Beurteilung der Situation. Vor allem, weil er sich unter der Woche durchgebissen hatte und nach seiner Knieverletzung unbedingt hatte spielen wollen. „Dann so vom Platz gestellt zu werden, ist doppelt bitter“, sagte er.

"So vom Platz gestellt zu werden, ist doppelt bitter."

Marcel Gessel, Spieler des 1. FC Bruchsal

Bis dahin hatte sich der 1. FC Bruchsal eigentlich auf einem guten Weg gewähnt. „Ich hatte das Gefühl, dass in der zweiten Halbzeit noch etwas gehen könnte“, fand auch Trainer Mirko Schneider. Zwar war seine Elf bereits vor der Pause in Rückstand geraten. Der Treffer allerdings war beinahe aus dem Nichts gekommen. Reutlingens Noah Ganaus war es, der einmal ungestört durch die Bruchsaler Abwehr spazieren konnte und in der 35. Minute den Führungstreffer für den SSV markierte. „So ein Tor darf man gefühlt in 100 Jahren nicht so bekommen. Das ist bitter, wenn du so in Rückstand gerätst“, schimpfte Schneider. Nicht zu Unrecht, denn zuvor hatten die fast 200 Zuschauer und er ein Spiel auf Augenhöhe gesehen, in dem die Gäste wenig Anstalten machten, selbst die Spielführung zu übernehmen. „Unser Matchplan hat am Anfang funktioniert, wir hatten das Spiel im Griff. Wir hatten den Ball und Reutlingen stand meist hintendrin“, erklärte Schneider. Das Problem: Zwingende Gelegenheiten, etwa durch Läufe in die Tiefe, hatte Schneiders Mannschaft aus dieser Gesamtsituation nicht ableiten können.

Nach dem vorzeitigen Aus von Gessel probierten es die Bruchsaler mit zwei Spitzen. Das erhöhte zwar trotz Unterzahl den Druck auf die Reutlinger, führte in der 65. Minute jedoch dazu, dass Onesi Kuengienda Reutlingens Führung freistehend mit dem Kopf ausbauen konnte. Wer allerdings geglaubt hatte, damit sei der Deckel auf der Partie, hatte sich getäuscht. Die Gastgeber stemmten sich nun mit dem Mut der Verzweiflung gegen die elfte Saisonniederlage, was Reutlingen in dieser Phase zunehmend weiter in die Defensive zwang. „Natürlich hatten wir da auch in der ein oder anderen Situation Glück, dass sie uns nicht das Licht ausgeschossen haben“, räumte Schneider ein.

Belohnt wurde der Aufwand am Ende durch Lukas Durst, der in der 69. Minute im Strafraum zur Stelle war, um einen zurückeroberten Ball zu verwandeln. Den hatte Mohamed Amelhaf zuvor aufs lange Toreck aus 16 Metern gezogen und so Torhüter Jérome Weisheit zu einer Glanzparade gezwungen. Mehr sprang für die Bruchsaler aber nicht heraus.

1. FC Bruchsal: Merz – Berecko, Gessel, Amelhaf, Schieck, Durst, Walica, Agbégniadan, Schongar (46. Muto, 63. Bediako), Sahiti (62. Bulut), Sailer (75. Vella).

Tore: 0:1 Ganaus (35.), 0:2 Kuengienda (65.), 1:2 Durst (69)

Gelb-Rote Karte: Gessel (49., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichterin: Selina Menzel (Stutensee).

 
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