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13.Spieltag

SA, 16.10.2021 | 14:00

3G ERFORDERLICH

3

Konrad Riehle (39.)

Lirim Hoxha (58.)

Lirmi Hoxha (75.)

0

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Vorbericht

zum 13. Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers

Bruchsal. Eigentlich hatte Carsten Walther seine Kickstiefel an den Nagel gehängt, weil Oberligafußball mit seiner Lebensplanung nicht mehr in Einklang zu bringen war. Anstatt weiter auf Torejagd zu gehen, wollte der 33 Jahre alte Stürmer sich künftig auch viel lieber dem Erwerb seines Jagdscheins widmen. „Ich habe so lange Fußball gespielt, das Jagen gibt mein neues Hobby. Irgendeinen Ausgleich braucht man ja“, verrät er.

"Wir fahren dahin, um etwas Zählbares mit nach Bruchsal zu bringen."

Carsten Walther über das Spiel in Stuttgart

Doch wie schon unlängst sein früherer Teamkollege Stani Bergheim, erhielt auch Walther einen Hilferuf des weiterhin personalknappen 1. FC Bruchsal – und sagte ebenfalls zu.

„Man kann schon sagen, das war Ehrensache“, erklärt der kopfballstarke 1,90 Meter-Hüne vor der Partie bei den Stuttgarter Kickers am Samstag (14 Uhr). Seinen ersten Kurzeinsatz über zehn Minuten hat Walther bereits am vergangenen Wochenende absolviert. „Leider haben wir es da verpasst, die Punkte einzusammeln“, sagt er.

Von einer Rückkehr in den Fußball mag er nicht sprechen. Es sei vielmehr ein Hilfseinsatz für wenige Wochen. „Ich bin da, weil die Verletztenserie so groß ist“, betont er. Nachdenken habe er darüber trotzdem müssen. „Ich hatte ja nicht aufgehört, weil mir Fußball keinen Spaß mehr macht. Sondern, weil es wie bei vielen in meinem Alter nicht mehr funktioniert hat, Fußball, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen“, erklärt er.

Doch der Anruf seines alten und neuen Trainers Schneider kam nicht von ungefähr: Gerade jetzt braucht der im Abstiegskampf dringend robuste Typen.

Typen wie Walther, die vorangehen, für ihre Gegenspieler permanent unangenehm sind, ständig attackieren und sich auch einmal lautstark zu wehren wissen. Genau in diesen Disziplinen offenbarten die derzeit agierenden Künstler in Bruchsals Sturmabteilung bislang noch einige Defizite.

„Kein Spieler mag es, wenn ständig jemand an ihm klebt“, betont Walther und irgendwie klingt das bei ihm fast wie eine Drohung. Seine Zielrichtung für den Samstag jedenfalls ist bereits abgesteckt: „Wir machen keinen Ausflug. Wir fahren dahin, um etwas Zählbares mit nach Bruchsal zu bringen“, stellt er von vorneherein klar. Bei einem Aufsteiger, der sich noch weiter entwickeln muss, geht es nach Walthers Ansicht auch immer darum, dass alle Hand in Hand arbeiten. „Wenn jeder für jeden marschiert, dann macht es die Sache einfacher und man schafft es, in der Liga zu bleiben“, ist er überzeugt.

Auch Trainer Schneider hat seine Pläne für das Derby bereits geschmiedet. „Das Ziel ist, sich als Underdog beim Großdog-Favorit gut zu verkaufen“, beschreibt er die Aufgabenstellung an sein Team. Möglichst lang will er dort, wie im Pokal in Pforzheim, ein Unentschieden halten. Und dann vielleicht auf den Unmut der Stadionbesucher und die Ungeduld der Stuttgarter Kickers setzen. „Auch wenn sich das vielleicht komisch anhört, aber die haben größeren Druck als wir. Alles andere als ein Sieg wäre aus deren Sicht wahrscheinlich nicht akzeptabel“, glaubt Schneider.

Das 0:8 im Heimspiel der vergangenen Saison hat er mittlerweile abgehakt. Und obwohl in Lukas Durst (berufliche Verpflichtungen) ein weiterer Ausfall zu beklagen ist und auch der Einsatz von Max Kias (Sprunggelenkprobleme) an einem seidenen Faden hängt, wird eines klar: die Flinte ins Korn werfen will beim 1. FCB offenbar noch niemand.

 

Aufstellung

zum 13. Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers

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Medienmonitor

zum 13. Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers

 

Stuttgart. Die erhoffte große Überraschung in der Oberliga Baden-Württemberg ist dem 1. FC Bruchsal im Stuttgarter Waldaustadion nicht gelungen. Beim 0:3 (0:1) gegen den Aufstiegskandidaten aus der Landeshauptstadt zeigte die Elf von Trainer Mirko Schneider dennoch eine ordentliche Leistung. „Wir wussten ja, dass es schwer wird, zumal wir mit dem letzten Aufgebot nach Stuttgart gefahren sind“, erklärte Schneider. Dennoch habe man deutlich gesehen, dass seine Mannschaft nach der kraftlosen Vorstellung im Heimspiel gegen Oberachern wieder „mehr Körner in ihren Akkus“ gehabt habe.

"Das war definitiv nicht so, wie man sich das als Trainer vorstellt."

Mirko Schneider über den ersten Gegentreffer

Bruchsal überließ zwar zunächst wie geplant den Kickers die Spielkontrolle und beschränkte sich darauf, den Gegner fern vom Kasten von Torhüter Oliver Nell zu halten. „Ich habe mich entgegen meinem ursprünglichen Plan dann aber dazu entschieden, früher Druck auf den Gegner auszuüben“, verriet Schneider. Möglich machte das die kämpferische Achse im Bruchsaler Spiel, bestehend aus Carsten Walther, Marcel Gessel und den ebenfalls ins Mittelfeld gerückten Tobias Schongar. „Ich wollte ihnen mit drei Kämpfern das Leben möglichst schwer machen“, erläuterte Bruchsals Trainer seinen Plan.

Die erste Chance hatten dennoch die Kickers. Luigi Campagna vergab sie nach vier Minuten per Kopfball ebenso wie Kevin Dicklhuber (15.) zehn Minuten später. In der 27. Minute jedoch war es Walther, der nur knapp das Tor und den Führungstreffer auf Bruchsaler Seite liegen ließ.

Was Schneider jedoch sichtlich ärgerte, war die Situation, die in der 39. Minute zum ersten Gegentreffer führte. Mohamed Amelhaf hatte zum wiederholten Mal den Ball im Mittelfeld leichtfertig verloren und den Gegenangriff dann frustriert erst einmal laufen lassen, statt sich an die Fersen des Gegners zu heften. Am Ende landete die Kugel bei Konrad Riehle (39.), der den Ball gekonnt von der Strafraumgrenze zur 1:0-Führung ins linke Eck schlenzte.

„Das war definitiv nicht so, wie man sich das als Trainer vorstellt“, grantelte Schneider und ließ den Gescholtenen nach der Halbzeit prompt in der Kabine. Kurz zuvor hatte auch noch Komlan Agbegniadan seine Ausgleichschance für den FCB, sein Flachschuss aus gut 17 Metern verfehlte das Tor jedoch knapp.

Nach der Pause drängten die Kickers massiv auf die Vorentscheidung. In der 58. Minute waren sie erfolgreich, als Lirim Hoxha im Fünfmeterraum den Ball zum 2:0 vorbei an Freund und Feind ins lange Eck spitzelte.

Doch selbst danach erarbeitete sich der FCB noch Chancen. Der eingewechselte André Redekop (65.) verfehlte den Pfosten nur um einen guten Meter. In der 74. Minute war es dann aber erneut Hoxha, der per Direktabnahme ins lange Eck traf und die Begegnung endgültig entschied.

1. FC Bruchsal: Nell – Berecko, Gessel, Amelhaf (46. Redekop), Schiek, Walica, Agbegniadan, Schongar (69. Muto), Walther (76. Pagna), Sahiti, Sailer.

Schiedsrichter: Alexander Rösch (Bad Wurzach), Zuschauer: 2.250, Tore: 1:0 Riehle (39.), 2:0 Hoxha (58.), 3:0 Hoxha (75.).

 
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