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5.Spieltag

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Mi, 01.09.2021 | 18:00

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Redekop (19.)

Agbegniadan (45+1.)

Murat (53.)

Bohro (89.)

2

Vorbericht

zum 05. Spieltag gegen den Freiburger FC

 

Bruchsal. Dass es „Englische Wochen“ im englischen Fußball eigentlich gar nicht gibt und der geneigte Fußballfan von der Insel in Anlehnung an das Prozedere im Cricket eher von der „Three-Game-Week“ spricht, war Trainer Mirko Schneider am regnerischen Montag reichlich egal. Nicht egal war ihm dagegen, dass eine solche Konstellation mit zwei Spielen binnen einer Woche für den Tabellen-16. Vor- und Nachteile mit sich bringen wird.

Das sind die Auswirkungen der mangelnden Schonzeit.

Mirko Schneider 

Bruchsaler Trainer zur Personalsituation

Zum einen lässt sie keine große Zeit zum Nachdenken, ob und unter welchen Umständen der 1. FC am vergangenen Freitag gegen den 1. CfR Pforzheim (1:2) doch noch als Sieger hätte vom Platz gehen können. Zum anderen jedoch bringt sie nach dem Ausfall von Kapitän André Walica und Roman Hajeck (beide muskuläre Probleme) und Yannick Tewelde (Knorpelschaden) die Personalprobleme wieder aufs Tableau.

Die muskulären Probleme sieht Schneider dabei als hausgemacht an. „Das sind die Auswirkung der mangelnden Schonzeit aufgrund der vielen urlaubsbedingten Ausfälle“, sagt er. Denn der Kader sei eigentlich in der Breite groß genug, um Verletzungen abfedern zu können. Manche Dinge jedoch, die zuletzt den Erfolg verhinderten, liegen nicht in diesen Fehlzeiten begründet und haben daher auch in den Partien gegen den Freiburger FC am Mittwoch (18 Uhr) und beim TSV Ilshofen am Samstag (14 Uhr) Gültigkeit. „Wenn es mal in einer Phase des Spiels nicht läuft, erwarte ich, dass künftig mehr Spieler die Ärmel hochkrempeln und nicht einfach in der Masse untergehen“, forderte Schneider. Vor allem aber gelte es über 90 Minuten diszipliniert und konzentriert zu bleiben. Denn über eigene Chancen konnte sich sein Team zuletzt wahrlich nicht beklagen, nur verwertet wurden sie viel zu häufig nicht.

Schneiders Co-Trainer Timo Böhmer hat die Breisgauer bereits unter die Lupe genommen. „Das ist ein Verein, der für junge Spieler steht. Für offensiven Fußball und das Herausspielen von Torchancen. Sie agieren auch gerne mit Angriffspressing“, erklärt er. Die Elf könne durchaus als U21 oder U23 durchgehen. Genau daraus ergeben sich aber auch Schwachstellen. Die nutzte der FCB schon im Oktober 2020 bei seinem 2:0-Erfolg im dortigen Dietenbach-Sportpark. „Diese Konstellation führt dazu, dass ihnen an einigen Stellen ein Ticken Erfahrung fehlt“, sagt Böhmer. Torschützen damals waren Tobias Schongar und Lukas Durst. Und die stehen auch am Mittwoch im Aufgebot.

Der andere FCB übrigens, seines Zeichens Rekordmeister aus München, spielt in englischen Wochen immer besonders gut. Das zumindest haben Statistiker errechnet. Aus den insgesamt betrachteten 22 Jahren schloss der FC Bayern zwölf mit einem höheren Punkteschnitt nach Englischer Woche ab. Dem 1. FC Bruchsal und ihrem Trainer Schneider käme eine solche, bessere englische Ausbeute, sicher gerade auch nicht zur Unzeit.

 

Aufstellung

zum 05. Spieltag gegen den Freiburger FC

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zum 05. Spieltag gegen den Freiburger FC

Medienmonitor

 

Bruchsal (nbb). Am Ende musste sich der 1. FC Bruchsal am Mittwochabend im
Oberligaduell gegen den Freiburger FC mit einem 2:2 (2:0) begnügen. Wieder
hatte die Mannschaft von Trainer Mirko Schneider erste Spielhälfte für
sich verbuchen können. Wie schon in Pforzheim am vergangenen Freitag
schenkte sie einen möglichen Sieg in der zweiten Hälfte an den Gegner.
Dabei hatte Bruchsals Coach vor dem Anpfiff noch tief in die
psychologische Trickkiste gegriffen und jedem Spieler schriftlich eine
persönliche Botschaft mit auf den Weg gegeben.

Der Inhalt von Schneiders Botschaften war offenbar angekommen. Seine
Mannschaft jedenfalls versuchte von Beginn an, das Spiel zu bestimmen. Die
erste Chance für die Bruchsaler hatte Albin Sahiti, der von einem Fehler
in der Freiburger Abwehr profitierte, aber am Ende seines Freilaufs in
Freiburgs Torhüter David Bergmann seinen Meister fand. Sechs Minuten
später war Stürmer André Redekop (19.) zur Stelle, der fünf Tage nach
seiner Hochzeit auch endlich den ersehnten ersten Saisontreffer nach Hause
brachte. Millimetergenau vorbereitet von Mohamed Amelhaf.

Über einen Eckball in der 25. Minute kam auch der Freiburger FC durch
Frederick Polzer zu seiner ersten Chance. Komlan Agbegniadan und Redekop
(33.) scheiterten danach binnen weniger Sekunden erneut an Gäste-Keeper
Bergmann. In der 38. Minute setzte Sefa Bulut die Kugel aus 22 Metern an
den Pfosten. Agbegniadans (45.+1) Treffer zum 2:0 war es dann, der die
Bruchsaler noch zuversichtlicher in die Pause schickte.

Auch nach dem Wechsel wollte Schneiders Elf gefühlt an die Leistungen der
ersten 45 Minuten anknüpfen. Der stets agile Agbegniadan (52.) köpfte
haarscharf über die Latte. Praktisch im Gegenzug stoppte jedoch
Verteidiger Tobias Schongar regelwidrig den Lauf von Freiburgs Marco
Anlicker in den Strafraum, Hassan Mourad (53.) nahm das Strafstoß-Geschenk
zum Freiburger Anschlusstreffer dankend an.

«Ich glaube, dieses 2:1 war heute der Knackpunkt. Ich hatte das Gefühl,
die Köpfe gehen runter und auch der Glaube war nicht mehr so da»,
beschrieb FCB-Coach Schneider später das gleiche, was auch die meisten der
235 Zuschauer im Städtischen Stadion registrierten. Dennoch hatte der FC
noch Gelegenheiten durch Sahiti (59.) und Agbegniadan (74.), den Neuzugang
Benjamin Sailer (vom CfR Pforzheim) bei seiner Premiere gut ins Spiel
gebracht hatte.

Die Entscheidung fiel drei Minuten vor dem Ende: Sefa Bulut ging im
Strafraum seinen Gegenspieler viel zu ungestüm an, der Pfiff des gut
leitenden Schiedsrichters Marcel Lalka folgte sofort und zu Recht.
Schneiders verzweifelter „Warum???“-Ruf dürfte auch den Torschützen selbst
erreicht haben, obwohl dieser kurz nach der Tat unter seinem Trikot
verschwunden war. Bruchsals Keeper Yannick Merz ahnte zwar die Ecke, doch
Lukas Bohros (88.) Schuss war zu platziert.

«Das ist sehr bitter. Wenn wir den Elfmeter nicht verschuldet hätten,
hatte ich das Gefühl, wir könnten es über die Zeit bringen. Die beiden
Strafstöße übertünchen nun ein bisschen die gute Leistung der ersten 50
Minuten», sagte Schneider, der aber umgehend wieder nach vorne blickte:
«Es hilft nichts, wir müssen das Positive mitnehmen. Auch wenn es schwer
fällt», fügte er hinzu.

Aufstellung: Merz – Kias (83. Schiek), Berecko, Gessel, Muto, Redekop (89.
Stjepanovic), Amelhaf (72. Durst), Bulut, Agbegniadan, Schongar, Sahiti
(67. Sailer).

Tore: 1:0 Redekop (19.), 2:0 Agbegniadan (45.+1), 2:1 Mourad
(53./Foulelfmeter), 2:2 Bohro (88./Foulelfmeter).

Schiedsrichter: Marcel Lalka (Böblingen)