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2.Spieltag

So, 15.08.2021 | 15:00

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John Schmidtke (12.)

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Vorbericht

zum 02. Spieltag gegen Rielasingen-Arlen

 

Bruchsal. Die Nachricht hatte Bruchsals früheren Stürmer Stani Bergheim überraschend ereilt. „Ich lag schön mit den Unterlagen für den B-Schein auf meiner Sonnenliege, da hat mich Mirko Schneider angeschrieben“, erinnert sich der frühere Drittligaprofi. Der Rückruf habe ergeben, dass seinem ehemaligen Coach beim 1. FC Bruchsal gerade nicht zum Lachen zumute gewesen sei, weil dieser keine zwölf Mann für das bfv-Pokalspiel beim FSV Buckenberg zusammen bekommen habe. Gleich mehrere verletzte oder wegen Urlaubs fehlende Spieler hatten das Bruchsaler Trainerteam trotz des eigentlich 21 Feldspieler starken Kaders in eine akute Aufstellungsnotlage gebracht.

„Da habe ich gesagt, ich weiß zwar noch nicht, wie ich es meiner Familie verklickere, aber ich sage einfach mal zu“, erzählt Bergheim weiter. Denn eigentlich hatte der 37-Jährige seine Fußballschuhe nach der vergangenen Oberligasaison an den Nagel gehängt. Auch, um endlich einmal mehr Zeit für die Familie zu haben. Konditionell, sagt Bergheim, habe ihm der Kurzeinsatz dagegen noch keine Probleme bereitet. „Mein Körper ist auf die letzten 15 Minuten par excellence eingestellt. Ich habe ja die letzten Jahre nichts anderes gemacht. Aber viel länger hätte es nicht gehen dürfen, die Brust hat schon angefangen zu brennen“, sagt er lachend.

Auch nach Bergheims spontanem Einsatz hat sich die Lage in Bruchsal vor dem Oberligaduell beim 1. FC Rielasingen-Arlen am Sonntag (15 Uhr) nicht wirklich verbessert. Roman Hajeck signalisierte nach zwei Spielen auf Kunstrasenplatz, dass aufgrund von Bandscheibenproblemen ein weiterer Einsatz auf hartem Boden am Sonntag kritisch werden könnte. Auch Albin Sahiti ist nach der zweiten Corona-Impfung nicht in optimaler Spielverfassung. Zudem ist ein Einsatz von Patrick Berecko und Kapitän André Walica (beide muskuläre Probleme) nicht sicher. „Wenn, dann wird das eine Punktlandung“, glaubt Schneider, der zusätzlich noch auf die Urlauber Salvatore Muto und Daniel Schieck verzichten muss.

Urlaubsrückkehrer Dragan Peric musste in Buckenberg dagegen mit nur einer Trainingseinheit bereits 90 Minuten durchspielen, Oguzhan Dogancay wird erst am Sonntagabend zurückerwartet. „So rutschen wir von einem Dilemma ins nächste rein. Das ist schon bitter“, sagt Schneider. Die vielen Urlauber in seinem Team wurmen Bruchsals Coach. „Wenn man Oberliga spielen will, dann muss man sich schon ein Stück danach richten, finde ich. Wir sind hier schließlich nicht in der Kreisliga“, betont Schneider. Er habe ein gewisses Verständnis, dass alle dem „Corona-Knast“ entfliehen wollten. „Dass sie dann alle parallel in Urlaub gehen, das ärgert mich schon. Aber ich kann es ja nicht verhindern. Es ist schließlich nicht ihr Hauptjob“, sagt Schneider, der nun erneut mit einem Rumpfteam antreten muss.

Auch Stani Bergheim müssen die Statistiker wieder als Neuzugang des 1. FC Bruchsal werten. Allerdings wohl als einem mit größtem Seltenheitswert. Seinen Preis für eine Rückkehr hat Bergheim mit seinem ehemaligen Coach bereits taxiert. „Wenn Du es schaffst, meiner Tochter bis zum Sonntag ein eigenes Pferd zu organisieren, dann hast Du einen Stein im Brett und der Papa darf wahrscheinlich sogar die ganze Saison in Bruchsal sein. Wenn nicht allerdings, sehe ich schwarz“, ließ er Schneider wissen. Mangels eigener Reitabteilung beim 1. FC Bruchsal wird Bergheim daher wohl trotz weiter akuter Personalsorgen am Sonntag keine erneute Rolle spielen können. Und Schneider bis zur Busabfahrt um jeden einzelnen Spieler bangen.

 

Aufstellung

zum 02. Spieltag gegen Rielasingen-Arlen

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Medienmonitor

zum 02. Spieltag gegen Rielasingen-Arlen

 

Rielasingen. Der 1. FC Bruchsal bleibt in der Oberliga Baden-Württemberg auch im zweiten Spiel ohne Sieg. Die Mannschaft von Trainer Mirko Schneider verlor am Sonntag beim 1. FC Rielasingen-Arlen mit 0:1 (0:1) und rutschte punktlos auf Tabellenrang 17 ab. „Eigentlich eine völlig unnötige Niederlage. Ich finde, allein für die kämpferische Leistung hätten wir mindestens einen Punkt verdient gehabt“, meinte der FCB-Trainer. Seine Startelf hatte sich aufgrund der vielen verletzungs- und urlaubsbedingten Ausfälle wie erwartet fast von alleine aufgestellt.

Von den Auswahlmöglichkeiten seines Rielasinger Trainerkollegen Michael Schilling jedenfalls konnte Bruchsals Coach nur träumen. Während sich auf dessen Ersatzbank neun Feldspieler tummelten, konnte Schneider später nur Parker Pagna und den Urlaubsrückkehrer Yannick Tewelde ins Spiel werfen. So versuchten die Gastgeber vom Bodensee von Beginn an, ihre Rolle als Hausherren zu unterstreichen. Rielasingens erste Großchance nach einem Eckball konnte Keeper Yannick Merz noch zunichtemachen. Zwei Minuten später war auch er machtlos, als John Schmidtke (12.) einen Pass mit der Fußspitze erwischte, der dann unhaltbar ins Toreck kullerte.

Schneider reagierte sofort und stellte taktisch um. Tatsächlich übernahm seine Mannschaft im 4-4-2-System zunehmend die Spielkontrolle. Der agile Marcel Gessel erkämpfte sich nach 22 Minuten das Leder und schickte André Redekop völlig allein auf die Reise in Richtung generischer Torwart. Redekops überhasteter Abschluss ging allerdings drüber. Nach dem Seitenwechsel konnte sich Rielasingens Keeper Dennis Klose auszeichnen. Der 26-Jährige hielt seinen Kasten gegen die omnipräsenten Redekop (63., 67.) und Gessel (75.) sauber.

Kämpferisch muss sich die FCB-Rumpfelf beim ersten Auswärtsspiel der Saison nichts vorwerfen lassen. Allen voran rackerte Komlan Agbégniadan. Auffallend war allerdings, dass gerade von Kreativspielern wie Albin Sahiti oder Mohamed Amelhaf über weite Strecken des Spiels nur wenige Impulse ausgingen. Viel mehr als das, ärgerte Schneider jedoch seine eigene Ohnmacht, dies von der Bank aus nicht ändern zu können. „Es ist zutiefst frustrierend, wenn man denen, die sich auf dem Platz zerreißen, von außen kaum helfen kann“, sagte er mit Blick auf die leeren Plätze seiner Ersatzbank ein. Immerhin: Ein bisschen frischen Wind konnte er noch einmal mit dem eingewechselten Yannick Tewelde ins Spiel bringen. „Er kam direkt aus dem Urlaub, aber ich musste ihn reinschicken, weil Patrick Berecko wieder Schmerzen bekam. Aber er hat es gut gemacht“, betonte Schneider.

Bruchsals letzte Chance vergab Amelhaf (80.), der nach Zuspiel von Redekop zu lange zögerte. „Jetzt laufen wir der Musik erst einmal hinterher, bis alle wieder zurück und fit sind“, sagte Schneider nach dem Abpfiff enttäuscht. Bis zum kommenden Samstag hofft der 45-Jährige nun auf den ein oder anderen Rückkehrer, wenn die Bruchsaler um 15.30 Uhr mit der Sport-Union Neckarsulm eine Mannschaft der Stunde empfangen.

1. FC Bruchsal: Merz, Kias, Berecko (57. Tewelde), Gessel, Redekop, Amelhaf, Peric, Bulut, Agbegniadan, Schongar, Sahiti (70. Pagna).

Tor: 1:0 Schmidtke (12.), Schiedsrichter: Wituschek (Erbach), Zuschauer: 323.